Videofilme von mir und anderen im NRW Forum Düsseldorf am 20.1.12 ab 17h
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Niemand hat bisher das Verhältnis Köln-Düsseldorf besser beschrieben als Lore Lorentz mit ihren Worten:
“Düsseldorf hat eine Stärke: Kein Dom überragt die Gegenwart.
Ihre Schwäche: Sie weiß nicht, daß es ihre Stärke ist.”
Die Hintergründe des Dauerzwists zwischen Köln und Düsseldorf will ein neues Buch - herausgegeben von Düsseldorfern, gedruckt von Kölnern - beleuchten; 14 Autoren unter der Leitung der Direktorin des Düsseldorfer Schiffahrtsmuseums untersuchen diese Stadtrivalität auf 300 Seiten.
“Düsseldorf - Köln. Eine gepflegte Rivalität”.
Herausgegeben von Annette Fimpeler, Veröffentlichung des SchifffahrtMuseums der Landeshauptstadt Düsseldorf, erschienen im Greven Verlag Köln, 304 Seiten gebunden mit Schutzumschlag und 113 schwarz-weißen Abbildungen. Erhältlich ab sofort im SchifffahrtMuseum im Schlossturm sowie im Buchhandel zum Preis von 19,90 Euro.
http://www.duesseldorf.de/top/thema010/kultur/beitraege/koeln_duesseldorf/
Die Dazzledorf-Standbilder werden ab jetzt um bewegte Standbilder erweitert,
zu sehen unter http://vimeo.com/channels/dazzledorf/
Sehr interessante Dissertation von Holger Rescher zur Düsseldorfer Backsteinarchitektur der 1920er Jahre.
Link:
http://deposit.d-nb.de/cgi-bin/dokserv?idn=968435122&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=968435122.pdf
Tja, dafür war ich ein wenig zu jung und konnte den Ratinger Hof Mitte der 80er Jahre nur noch in seiner Endphase erleben. Die interessanteren Jahre ab 1977 dieses Geburtshauses einiger der besten deutschen Bands wie Der Plan oder Deutsch Amerikanische Freundschaft werden im Ratinger Hof Buch von ehemaligen Protagonisten dokumentiert.
Das Ratinger Hof Buch
herausgegeben von Ralf Zeigermann, mit Beiträgen von Moritz Reichelt, Peter Hein, Michael Schirner, Richard Gleim und vielen anderen, sehr empfehlenswert.
DIN-A 4-Querformat, 168 Seiten, ISBN 978-3-931775-13-1
€ 44,00
Links zur Besprechung des Buchs:
http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,716379,00.html
http://www.wz-newsline.de/?redid=937350
Interview mit Carmen Knoebel, der ehemaligen Betreiberin des Hofs:
http://www.dietotenhosen.de/alldieganzenjahre_freunde_knoebel.php
interview mit dem Herausgeber Ralf Zeigermann auf Deutschlandfunk:
http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/09/21/dlf_20100921_1537_0086a028.mp3
Unter der vorbildlich gestalteten Seite www.bilderbuch-koeln.de hat man bereits seit 2 Jahren die Möglichkeit, stadtraumbezogene Fotos georeferenziert hochzuladen. Neben aktuellen Stadtansichten und Kölner Architektur findet man dort auch sehr interessante historische Fotos.
Nun hat Düsseldorf endlich mit www.bilderbuch-duesseldorf.de nachgezogen, hier Auszüge aus dem selbstdarstellenden Text:
Bilderbuch Düsseldorf soll das Bild unserer Stadt dokumentieren - in Text und Bild. Gezeigt werden Häuser, Straßen, Plätze, Kunstwerke und Ereignisse - über alle Zeiten. Angefangen von frühen Stichen und Plänen bis zur modernen HDR-Fotografie. Begleitet werden sollen ie Abbildungen von umfangreichem Textmaterial, die das Bilderbuch Düsseldorf zu einem städtebaulichen Lexikon Düsseldorf machen werden. Dieses ambitionierte Projekt ist möglich durch die Zusammenarbeit von Privatpersonen, Geschichtsvereinen, Fotobegeisterten und Ämtern der Stadt Düsseldorf.
Die Verknüpfung von Fotos mit Geodaten und Google Maps ermöglicht eine einfache virtuelle Navigation durch Düsseldorf. Schlagworte ermöglichen eine thematische Darstellung. Alle Straßen, zu denen es Fotos gibt, sind gelistet. Mehr und mehr Text zu den einzelnen Fotos, Straßen und Stadtteilen kommt dazu.
Neu ist die Möglichkeit der direkten Verknüpfung von Fotos (Foto-Tagging). Damit können Teile von Fotos mit anderen Fotos verlinkt werden und so ganze Fotofolgen, Stadtrundgänge oder Bildergeschichten entstehen.
Themen fassen Fotos zu einem Komplex zusammen, z.B. zum Medienhafen, Luftbilder etc.
Bilderbuch Düsseldorf ist keine Fotocommunity wie Flickr, in der beliebige und qualitativ schlechte Fotos abgelegt werden. Wir wollen unsere Stadt darstellen, nicht Haustiere, Personen oder Urlaubsbilder. Deshalb gelten Regeln und Nutzungsbedingungen zum Hochladen von Fotos.
Jeder kann mitmachen, kostenlos! Wer ein spezielles Interesse hat, wendet sich bitte direkt an die Redaktion. Insbesondere Fotografen, Schulen, Vereine können Ihre Fotos und auch sich selbst im Bilderbuch Düsseldorf darstellen.
Seit 1846 wird die Düsseldorfer Innenstadt von einer der meistbefahrenen Nord-Süd-Eisenbahnverbindungen Deutschlands, der Strecke Duisburg-Köln1 zerschnitten. Nördlich und südlich des zentral gelegenen Düsseldorfer Hauptbahnhofs schließen sich mehrere hundert Meter lange und recht breite Güterbahnhofareale an, die die Trennung der westlichen und östlichen Stadthälften noch verstärken.
Der nördlich gelegene Derendorfer Güterbahnhof wurde vor mehreren Jahren stillgelegt, das 35 ha große Gebiet soll nun multifunktional bebaut2 und genutzt werden, d.h. Bürogebäude wechseln sich mit Wohnbauten ab und werden durch Parkanlagen aufgelockert.
So weit, so gut, nach mehreren Jahrzehnten der Trennung könnten nun theoretisch zwei voneinander isolierte Wohngebiete -das westlich gelegene Pempelfort und das östliche Düsseltal- zusammenwachsen.
Wäre da nicht die sechsspurige Bahntrasse am östlichen Rand des Areals. Und die zusätzlich geplante vierspurige “Entlastungsstraße“3 entlang dieser Bahntrasse. Ja richtig gelesen, in bester Tammsscher4 Städtebautradition der Nachkriegsmoderne ist nämlich eine voraussichtlich sehr stark befahrene Hauptverkehrsstraße Belastungsstraße Entlastungsstraße*5 geplant, die kilometerlang durch neue und alte Wohngebiete führt und von einer 5m hohen Lärmschutzmauer (zwischen der Straße und den Bahngleisen!) resp. 8m hohem Lärmschutzwall gesäumt werden soll.
Düsseldorf ist eine der wenigen deutschen Städte, deren Einwohnerzahl stetig zunimmt. Die Stadt ist aufgrund ihrer Verkehrslage und des kulturellen und konsumtiven Angebots für Firmen und ihre Mitarbeiter attraktiv. Viele dieser Zuzügler gehören einer besser verdienenden Schicht an, dementsprechend exklusiv sind die bereits errichteten und projektierten großflächigen Wohnungsneubauten auf brachliegenden Arealen, so auch auf dem Gelände des Derendorfer Güterbahnhofs6. Absolut unerklärlich für mich und wahrscheinlich auch für die neuen Mieter und Eigentümer auf diesem stadträumlichen Sahnestück ist allerdings die geplante Wertminderung der Wohnqualität durch eine vierspurige Hauptverkehrstraße.
Man hätte die Attraktivität und die Integration dieses Areals an die östlichen Stadtteile sogar durch eine Versenkung der Bahntrasse in einen Tunnel erheblich steigern können, vergleichbar mit der Verlegung der Rheinuferstraße in den Rheinufertunnel7 Anfang der 90er Jahre zwischen Altstadt und Rheinufer. Damals wurde die räumliche Trennung der Altstadt und der Carlstadt vom Rhein durch die stark befahrene Rheinuferstraße aufgehoben und stattdessen eine prächtige Flaniermeile und Parklandschaft geschaffen.
Paradoxerweise wird momentan auf der Prestigebaustelle Kö-Bogen8,9 im Düsseldorfer Zentrum eine Hochstraße unter die Erde gelegt, die eigentlich niemanden stört, da in diesem Geschäftsviertel fast kein Mensch wohnt.
Düsseldorf will sich in seinem touristisch stark frequentierten Zentrum den Anschein einer zeitgemäßen, autofreien Stadt zulegen und opfert dafür symbolisch sein Wahrzeichen der autofreundlichen Nachkriegsmoderne, die denkmalgeschützte und bei den Düsseldorfern beliebte Hochstraße “Tausendfüßler“10.
Aber solange in Düsseldorf vierspurige Hauptverkehrsstraßen durch Wohngebiete geführt werden, solange Parkplätze durch die Verkleinerung von Bürgersteigen11,12 geschaffen werden und es gefährliche kombinierte Rad/Fußwege gibt, bleibt dieser Abriß der Hochstraße nur Makulatur und Düsseldorf bewegt sich weiterhin auf dem Irrweg der autogerechten Stadt13,14.
*Zu Beginn der Planungen im Jahre 2000 war von einer Entlastungsstraße keine Rede. Der in einem Werkstattverfahren mit Architekten, Stadtplanern und hoher Bürgerbeteiligung erarbeitete Entwurf verwarf die damals bereits diskutierte Idee einer Entlastungsstraße. 3 Jahre später wurde dieser Werkstattentwurf im Bebauungsplan der Stadtverwaltung in keinster Weise berücksichtigt, hier war die Entlastungsstraße als Planungsziel festgeschrieben.
Links:
1 http://de.wikipedia.org/wiki/Bahnstrecke_Köln–Duisburg
2 http://www.duesseldorf.de/planung/rahmplan/gbfderendorf/index.shtml
3 http://de.wikipedia.org/wiki/Entlastungsstraße_Derendorf
4 http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Tamms
5 http://www.kammerevert.eu/meldungen/17896/71643/Entlastungsstrasse-in-Derendorf-ist-und-bleibt-verkehrspolitischer-Unsinn.html
6 http://www.derwesten.de/staedte/duesseldorf/Ein-neues-Viertel-fuer-Besserverdiener-id130306.html
7 http://de.wikipedia.org/wiki/Rheinufertunnel_(Düsseldorf)
8 http://www.duesseldorf.de/koebogen/projekt/vision/3_koe_hofgarten.shtml
9 http://www.duesseldorf.de/koebogen/projekt/vision/1_verkehr.shtml
10 http://www.dazzledorf.net/aktuell/index.php/2009/09/14/tausendfusler/
11 http://www.rp-online.de/duesseldorf/duesseldorf-stadt/nachrichten/Stadt-schafft-2400-neue-Parkplaetze_aid_793791.html
12 http://www.rp-online.de/public/download/aktuelles/download/HBEQD75M.pdf
13 http://de.wikipedia.org/wiki/Autogerechte_Stadt
14 http://homepage.ruhr-uni-bochum.de/frank.braechter/Deutsch/Studium/Geo/HA-SBuVI-FB.pdf
Bilder des Derendorfer Güterbahnhofgeländes von 2006 vor der Bebauung: http://www.dazzledorf.net/search.php?search_keywords=gueterbahnhofgelaende
Nach gefühlten 1000 Ausstellungen mit eher profanen, aber publikumswirksamen Themen* stellt das NRW-Forum Düsseldorf ab dem 11.09.2010 das Werk Stephen Shores aus, eine der Schlüsselfiguren der New Color Photography. Auch der Einfluß Shores auf die Düsseldorfer Schule unter der Leitung der Bechers in den 70er, 80er und auch noch 90er Jahren wird in dieser Ausstellung anhand von Bildern der ehemaligen Becherschüler, wie z.B. Candida Höfer, Thomas Ruff, Thomas Struth und Andreas Gursky thematisiert.
*Nach der Privatisierung des ehemaligen Landesmuseums für Volk und Wirtschaft im Jahre 1998 konzentriert sich das Management des NRW-Forums vorwiegend auf leichtverdauliche und populäre Ausstellungen. Die enge finanzielle Bindung an einen der Hauptsponsoren -die Messe Düsseldorf- wird durch den unproportional hohen Anteil modebezogener Themen im Ausstellungskatalog deutlich: kein Jahr vergeht, ohne das zeitgleich zur Eröffnung einer der großen Düsseldorfer Modemessen auch irgendetwas Modisches im NRW-Forum zu sehen ist.
Der rote Bulli: Stephen Shore und die Neue Düsseldorfer Fotografie
11.09.2010 - 16.01.2011
NRW-Forum Düsseldorf
Ehrenhof 2
40479 Düsseldorf, Germany
Teilnehmende Künstler:
Stephen Shore, Bernd und Hilla Becher, Thomas Struth, Axel Hütte, Tata Ronkholz, Miles Coolidge, Martin Rosswog, Thomas Ruff, Candida Höfer, Claus Goedicke, Simone Nieweg, Stefan Schneider, Kris Scholz, Wendelin Bottländer, Elger Esser, Andreas Gursky, Boris Becker, Bernhard Fuchs, Laurenz Berges, Andi Brenner, Volker Döhne, Claudia Fährenkemper, Matthias Koch
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog:
Format 22,5×21,5 ca. 250 S., Hardcover, zweispr. Deutsch / Englisch, 33,- Euro
Titel: Der Rote Bulli. Stephen Shore und die Neue Düsseldorfer Fotografie / Stephen Shore and the new Düsseldorf Photography
Herausgegeben von Werner Lippert und Christoph Schaden
Autoren: Christoph Schaden, Tony Hiss, Gerald Schröder, Jeffrey Ladd, Maren Polte, sowie ein Überblick über “Die Studienklasse von Bernd Becher an der Kunstakademie Düsseldorf” mit allen Schülern.
Vortrag, Diskussion und Bildpräsentation
5. August 2010, 19 Uhr
Stadtplanung und Architektur sind die wesentlichen Gestaltungsinstrumente des städtischen Raumgefüges und bestimmen die innere Wahrnehmung des Stadtraums. Die äußere Wahrnehmung, das Stadtimage, wird entscheidend durch Fotografie und Film geprägt. Wie unterschiedliche politische, ökonomische oder dokumentarische Positionen vielfältige und völlig divergente Stadtimages erzeugen können, untersucht der Düsseldorfer Kay Röhlen seit mehreren Jahren mit seiner dokumentarischen Stadtraumfotografie.
Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist DAZZLEDORF, die flächendeckende Abbildung der Düsseldorfer Stadtlandschaft der Gegenwart mit den Mitteln der demokratischen Fotografie. Dazzledorf umfasst derzeit etwa 1200 Fachkamera-Aufnahmen mit Fokus auf Bauten der Moderne, Stadtumbauten der Nachkriegszeit und Bauten des Verkehrs. In anderen Serien erforscht Röhlen differenzierte Herangehensweisen an die Wahrnehmung von Stadträumen und hinterfragt Aussagekraft und dokumentarischen Wert von Stadtraumfotografien. In jüngster Zeit dehnt Röhlen sein Arbeitsfeld auf andere Städte, insbesondere Rotterdam, aus.
Im Vortrag am 05.08. stellt Röhlen zwei sehr unterschiedliche Konzepte seiner Stadtraumfotografie vergleichend vor. Im Anschluss Diskussion bei Wein und Snacks.
Statt einer begleitenden herkömmlichen Ausstellung werden wir einen zahlreichen Meter langen Endlos-Print mit Fotos unterschiedlicher Serien an die Wände des Projektraums montieren. Besucher haben die Möglichkeit, die Papierbahn zu zerschneiden und sich einzelne Fotos anzueignen. Die Ausstellung endet spätestens, wenn alle Fotos einen neuen Eigner gefunden haben.
Der Projektraum Fotografie ist eine Initiative von Haiko Hebig, Gerhard Kurtz und Daniel Sadrowski.
Huckarder Straße 8-12
44147 Dortmund
Telefon 0231 58 96 253
Sehr umfangreiche amerikanische Fotoseite mit den Schwerpunkten Dokumentation, Reportage und Konzeptfotografie. Besonders interessant die Dutzende von Interviews mit z.B. Stephen Shore, William Eggleston, Gary Winogrand, Thomas Ruff …
Die Düsseldorfer Altstadt vor Alpenkulisse, der Rheinturm im Grand Canyon: digitale Bildbearbeitung macht es möglich. Sogar das Unmögliche: Mannesmann-Hochhaus und Kölner Dom friedlich nebeneinander vereint.
Düsseldorf geht auf Reisen unter www.duesselwelt.de
Imagefilm der Düsseldorf Marketing und Tourismus GmbH:
Sprechtext:
Kommen sie noch noch näher und erleben sie, wie spannend die vitale Metropole Düsseldorf Erfolg und Lifestyle verbindet.
Come closer.
Düsseldorf. Die Stadt am Rhein. Ein außergewöhnlicher Ort. Zum Leben, zum Arbeiten. Für Kurztrips oder auch längere Aufenthalte. Herzlich und tolerant. Kreativ und international. Eine Stadt inspiert von Einflüssen und Impulsen aus aller Welt. Zukunftsweisend, voll von Begegnungen. Aus Gästen werden hier Freunde. Kommen sie noch näher. Wir bauen auf Freundschaften.
Bei uns finden viele Branchen ein inspirierendes Umfeld. Ob in Finanzen, Kommunikation und Dienstleistungen oder in Wissenschaft und Technik, Messen Made in Düsseldorf sind ein weltweitwer Qualitätsbegriff. Und die internationale Wirtschaft trifft bei uns auf Kongresslocations nach Maß. Exzellente Hochschulen und Technologiezentren bilden den Nachwuchs aus. Ein Ort für Erlebnisse und Entdeckungen. Große Museen und Galerien zeigen Kunst von Weltrang. Das Klangerlebnis in der historischen Tonhalle ist ein Genuß. Ob Oper, Theater oder Open-Air-Konzerte, wir kennen keine Langeweile. Denn hier spielt die Musik.
Düsseldorf ist das lebendige Zentrum einer Region mit über 11 Mio Menschen. Hier landen sie auf den Punkt genau. Im Herzen Europas. Aus Paris, London, Amsterdam oder Frankfurt erreicht man uns in maximal 2 Stunden. Ob vom Flughafen oder vom Hauptbahnhof, in 10 Minuten sind sie mitten in der City.
Wir lieben unsere jungen Klassiker. Allen voran Kurfürst Jan Wellem, dem Begründer der Kunst- und Kulturmetropole Düsseldorf. Über 750 Jahre Geschichte und eine große Liebe für die Zukunft, bei uns finden sie beides. In Kaiserswerth die über 1000jährige Pfalz, das Benrather Schloss, ein Gesamtkunstwerk aus dem Spätbarock. Im Medienhafen die Lebens- und Arbeitsräume von morgen, entworfen von internationalen Stararchitekten. Robert und Clara Schumann, Heinrich Heine, Paul Klee und Joseph Beuys, Klassiker und Avantgardisten in Kunst und Kultur prägen die Stadt. Auch wenn wir die Tradition lieben, Düsseldorf ist immer jung.
Düsseldorf ist eine Eventlocation von internationalem Rang. Ob Eishockey, Basketball oder Fußball, Düsseldorf jubelt mit. Für Begeisterung und Stimmung in den Stadien und Hallen sind unsere Fans berühmt. Düsseldorf punktet mit Topevents wie dem Skilanglauf-Weltcup direkt am Rhein, der Tennismannschaft-Weltmeisterschaft oder dem jährlichen Marathonlauf. Wo Raum ist für die Profis, ist bei uns auch immer Platz für Enthusiasten und Freizeitspaß.
Typisch Düsseldorf. Manchmal steht die Welt hier eben Kopf. Sunnyside up. Artisten verzaubern die Gäste der Stadt. Ebenso der jährliche Japantag. Zur Jazzrallye grooved ganz Düsseldorf. Das Open-Air-Kino direkt am Rhein, eine Attraktion für alle Filmfans. Die größte Kirmes am Rhein, in jedem jahr das Familienereignis. Der Düsseldorfer Karneval, Tradition plus Lebensfreude pur. Die Königsallee, kurz und liebevoll Kö genannt, ein Shoppingboulevard nicht nur mit internationalen Labels. In den Stadtteilen die innovativen jungen Designer. Und zwischendurch mal Auftanken. Die Stadt und ihre Menschen genießen mit einem Altbier aus einer Hausbrauerei in einem Biergarten, einem Straßencafe oder in einer Bar. Gelegenheiten bieten wir genügend. Die pure Sonnenseite. Ruhige Idylle und Gelassenheit in den Parks der Stadt, am Rhein, in der Natur. Und einfach entspannen.
Kommen sie noch näher. Wir freuen uns auf sie. Herzlich Willkommen in Düsseldorf.
English version and other languages: http://www.youtube.com/watch?v=uCpPcxc4FoM
Schon was älter, aber immer noch unfreiwillig dämlich: Tobias Kniebe schreibt für die Süddeutsche Zeitung über Düsseldorf:
Das Prinzip Düsseldorf, von Tobias Kniebe
Eine Ausstellung des Stadtmuseums Düsseldorf
Preview: 4.2., 19 Uhr
Pressekonferenz: 5.2., 11 Uhr
Eröffnung: 5.2., 19.30 Uhr
Laufzeit: 06.02. – 02.05.2010
Di bis So von 11 – 18 Uhr
STADTMUSEUM
Landeshauptstadt Düsseldorf
Berger Allee 2
40213 Düsseldorf
Telefon: 0211.89-9 61 70
Medienpartner ARCH+
Dass sich die Debatte um Nachhaltigkeit und Klimawandel nicht nur von technischen, sondern vor allem auch von kulturellen Themen handelt, zeigt das STADTMUSEUM Düsseldorf, das gemeinsam mit dem Umweltamt und dem Stadtplanungsamt der NRW-Landeshauptstadt eine Ausstellung zum Thema Ökologie erarbeitet hat.
Mit Artefakten der Stadtgeschichte bis zur Gegenwart wird versucht, den Begriff „Ökologischen Stadt“ beispielhaft für Düsseldorf zu definieren.
Dazu dienen Gemälde, Fotografien, Pläne, Modelle, Grafiken, Statistiken, Zeitungsartikel, Archivalien, Filme und Tonaufnahmen, die von Vorträgen, Workshops und Aktionen begleitet werden.
Die Bürgerinnen und Bürger können so den Umgang mit den Ressourcen Wasser, Boden und Luft in ihrer Stadt diskutieren.
(Text Arch+, Bild Stadtmuseum Düsseldorf)
Bilder #5, Marmor, Blei, 10×15 cm, Dezember 2009
(freundlicherweise angefertigt von Oliver Moser, Steinmetz aus Düsseldorf)
Links:
alle Bilder-Installationen: www.kayroehlen.net/information_installation
Neue Werkgruppe auf www.kayroehlen.net:
Mit Bryce 5.5 gerenderte Seascapes für Arme, Düsseldorf im November 2009
Inkjet-Print, Format ungefähr 100 x 133 cm, unlimitierte Auflage.
Links:
Seascapes für Arme:
http://www.kayroehlen.net/seascapes/
Seascapes für Reiche:
http://images.google.com/images?&q=seascapes%20hiroshi%20sugimoto
Es gibt wieder eine neue Düsseldorfer Bürgerinitiative, die sich mit dem Denkmalschutz auseinandersetzt. Aber im Gegensatz zur Lott-stonn-Bürgerinitiative für die Erhaltung des Tausendfüßlers und der Düsseldorfer-Pro-Gaslicht-Bewegung will die Denkmal-Lärm-Initiative den Schutz des Verkehrsdenkmals obere Kaiserswerther Straße aufheben und das Kopfsteinpflaster gegen Asphalt ersetzen lassen.

Das südliche Ende des gepflasterten Abschnitts der Kaiserswerther Straße, im Vordergrund ist das Kopfsteinpflaster zu erkennen.
Zur Geschichte: Die Kaiserswerther Straße, vormals Richthofenstraße, wurde im Jahre 1937 anläßlich der Reichsausstellung ‘Schaffendes Volk’ zur Anbindung der Innenstadt an das im nördlichen Stadtraum gelegene Ausstellungsgelände begradigt und auf 58 m verbreitert, um genügend Platz für zwei Fahrbahnen zu je acht Metern Breite und einen viergleisigen Bahnkörper für Straßenbahnen zu schaffen. Die ursprüngliche Kopfsteinbepflasterung ist zwischen Freiligrathplatz und Reeser Platz auf 1,3 km Länge erhalten geblieben und wurde am 08.05.2009 ind die Düsseldorfer Denkmalliste eingetragen.
Leider führt diese Straße fast auf ihrer gesamten Länge durch Wohngebiete und fällt den Anwohnern nicht aufgrund ihrer optischen, sondern durch ihre akustischen Reize auf. Der Motorenlärm und ganz besonders die Abrollgeräusche der Autoreifen auf den Granitsteinen produzieren auf der stark befahrenen Straße tagsüber eine Schalldruckpegel von knapp 70 db(A), in den angrenzenden Wohngebieten liegt der Schalldruck immer noch zwischen 55 und 70 db(A), nachts sinkt der Pegel in den Wohngebieten auf Werte zwischen 50 und 60 db(A) ab.
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Wirkung von Lärm auf Menschen Lärm löst in Abhängigkeit von der Tageszeit (Tag/Nacht) in unterschiedlichem Maße unterschiedliche Reaktionen aus. Im Allgemeinen sind innerhalb von Wohnungen bei Mittelungspegeln (Lm), die nachts unter 25 dB(A) und tags unter 35 dB(A) liegen, keine nennenswerten Beeinträchtigungen zu erwarten. Diese Bedingungen werden bei geöffneten Fenstern (bei Annahme einer mittleren Schalldruckpegeldifferenz von 10 dB(A)) bei Außenpegeln nachts unter 35 dB(A) und tags unter 45 dB(A) sichergestellt. Bei gekippten Fenstern (max. etwa 10 cm Öffnungsschlitz in Kippstellung) kann von einer 5 dB(A) höheren Schallpegeldifferenz ausgegangen werden. [Kötz, W-D.2004] Die Bedingungen werden demnach bei gekippten Fenstern noch erreicht, wenn die Außenpegel nachts unter 40 dB(A) und tags unter 50 dB(A) liegen. Bei Mittelungspegeln über 55 dB(A) tags außerhalb der Häuser ist zunehmend mit Beeinträchtigungen des psychischen und sozialen Wohlbefindens zu rechnen. Auszug aus der Broschüre Lärmmindernde Fahrbahnbeläge herausgegeben vom Bundesumweltamt 2009 |
Somit werden die gesundheitsschädlichen Grenzwerte für Lärm sowohl tagsüber als auch nachts ständig überschritten (siehe Info-Kasten).
Da ich in direkter Nähe zur Kaiserswerther Straße in Stockum aufwuchs, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen, daß diese Straße unangenehmst laut ist. Gerade zu Messezeiten produziert die Straße eine konstante akustische Dröhnung, die auch in den angrenzenden Wohngebieten das Maß des Erträglichen locker übersteigt.
4 Instrumente zur Lärmminderung sind theoretisch denkbar:
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Schallschutzwände
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Herabsetzung der Höchstgeschwindigkeit
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Minderung des Verkehrsaufkommens
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Austausch des Fahrbahnbelags.
Schallschutzwände sind wohl die schlechteste Alternative, da sie nicht nur das gesamte Erscheinungsbild des Straßenzugs negativ beeinflussen, sondern auch die ohnehin gegebene räumliche Trennung der Wohngebiete durch die Kaiserswerther Straße weiter verstärken würden.
Die Einrichtung einer Tempo-30-Zone ist direkt umsetzbar und kostet fast nichts.
Eine Senkung des Verkehrsaufkommens z.B. durch Einrichtung einer Anlieger-Zone halte ich für möglich, da der Durchgangs- und auch der Messeverkehr über die gut ausgebaute Beckbuschstraße und die entlang des Rheins verlaufende Rotterdamer Straße geführt werden kann. Diese asphaltierten Straßen tangieren auch nur auf sehr kurzen Abschnitten Wohngebiete, somit dürfte es nicht nur zu einer Verlagerung des Lärmproblems kommen.
Zusätzlich könnte man die Höchstgeschwindigkeit auf der Kaiserswerther Straße auf 30 km/h beschränken.
Auch den Austausch des Pflasters gegen Asphalt und somit die Aufhebung des Denkmalschutzes sollte in Betracht gezogen werden, da im Falle der Kaiserswerther Straße die Nachteile für die Bevölkerung die Vorzüge der Erhaltung historischer Bausubstanz bei weitem übersteigen.
Da Düsseldorf außerdem über eine Großzahl wesentlich älterer gepflasterter Straßen verfügt, hält sich hier der Verlust in Grenzen.
Links:
Bürgerinitiative Denkmal-Lärm: http://www.denkmal-laerm.de/
Reichsausstellung “Schaffendes Volk”: http://schaffendesvolk.sellerie.de/
Broschüre des Bundesumweltamts “Lärmmindernde Fahrbahnbeläge”: http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3841.pdf
Lott-stonn-Bürgerinitiative zur Erhaltung des Tausendfüßlers: http://www.dazzledorf.net/aktuell/index.php/2009/09/14/tausendfusler/
Düsseldorfer-Pro-Gaslicht-Bewegung: http://www.dazzledorf.net/aktuell/index.php/2009/10/30/den-schein-wahren/
Der Protest der Bürgerinitiative Lott-stonn! gegen den Abriß des Tausendfüßlers war kaum verhallt, da formierte sich zum Jahresbeginn eine neue Front engagierter Düsseldorfer Bürger gegen einen wesentlich tiefgreifenderen Umgestaltungsplan der Stadtoberen: alle Gaslaternen sollten gegen moderne LED-Leuchten ausgetauscht werden.
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Nach Berlin mit 44 000 Gaslaternen (20% aller Berliner Straßenlaternen) besitzt Düsseldorf mit 17 000 Gaslaternen das zweitgrößte Gaslaternennetz weltweit. |
Im Gegensatz zu der Lott-stonn!-Bewegung könnte diesmal die Bürgerinitiative Düsseldorfer-Pro-Gaslicht* zumindest einen Teilerfolg verbuchen, da der Stadtrat aufgrund des massiven Widerstands von seinen ursprünglichen Plänen abrückte und sich kompromißbereit zeigt:
das Gaslaternen-Modell Alt-Düsseldorf aus der Gründerzeit (4334 Laternen) und die 200 Frankfurt-Laternen im Hofgarten sollen auch weiterhin mit Gas betrieben werden, die Ansatz- und Aufsatzleuchten aus den 30er Jahren (9973 Exemplare) auf LED-Technik umgerüstet und die 3100 Exemplare der Reihenleuchte aus den 50ern komplett demontiert und durch moderne LED-Laternen ersetzt werden.
Düsseldorfer-Pro-Gaslicht ist das zu wenig, vergangenen Montag übergab Gabriele Henkel im Namen der Initiative Oberbürgermeister Dirk Elbers eine Resolution, in der die Bürgerinitiative fordert, das gesamte Düsseldorfer Gaslaternennetz unter Denkmalschutz zu stellen, langfristig soll sogar die Aufnahme in die Weltkulturerbeliste angestrebt werden.
Emotion und Tradition gegen Fortschritt und Effizienz, gute Argumente haben beide Lager zu bieten:
Pro LED
Der Wirkungsgrad einer LED-Lampe ist um ein Vielfaches höher als der einer Gaslaterne, sprich: sie sind trotz niedrigerer Leistungsaufnahme viel heller
Die Ökobilanz der LED-Lampen ist aufgrund ihres niedrigeren Energieverbrauchs besser als die der Gaslaterne
Die Wartungskosten einer LED-Laterne sind niedriger, sie arbeiten wesentlich störungsärmer als Gaslaternen
Effizientere Lampenkopfgestaltung ermöglicht ein blendungsfreie Beleuchtung
Strombetrieb ist sicherer als Gasbetrieb
Pro Gaslaterne
Angenehm warmes Licht
Hohe Gaslaternendichte Alleinstellungsmerkmal Düsseldorfs
Starke emotionale Wirkung
Gerade in Zeiten schrumpfender Städte sind die beiden letzten Argumente der Gaslicht-Befürworter eigentlich unschlagbar. Die Bevölkerung unserer Großstädte nimmt stetig ab, im Wettbewerb um neue Einwohner setzen die Stadtregierungen neben den traditionellen Instrumenten wie z.B. der Wirtschaftsförderung oder dem Ausbau der Infrastruktur verstärkt auf die Förderung sogenannnter weicher Faktoren (soft skills). Die Stadt wird zu einer Marke aufgebaut (city-branding), sie soll im Vergleich zu anderen Städten einzigartig im positiven Sinne sein, anziehend für neue und identitätsstiftend für die bereits vorhandenen Bewohner werden. Düsseldorfs ausgedehnte Gasbeleuchtung erfüllt alle Bedingungen für solch ein City-Markenzeichen: (fast) einzigartig in seiner Netzausdehnung, angenehm im Erscheinungsbild, beliebt bei den Bürgern.
In Anbetracht der Klimaproblematik haben die LED-Verfechter mit ihren Energiesparlampen bessere Karten; das Bild relativiert sich, wenn man den absoluten Energieverbrauch und Kohlendioxidausstoß der Gaslaternen analysiert: er liegt bezogen auf den Gesamtenergieverbrauch Düsseldorfs im Promillebereich, der Anteil am Kohlendioxidausstoß bei 0,2%.
Ein weiterer Vorteil der LEDs ist die wesentlich größere Lichtausbeute und die Möglichkeit der effektiven Lichtlenkung und -bündelung über moderne Reflektor- und Linsensysteme.**

Die Aufsatz- und Ansatzleuchten aus den 30er Jahren sollen auf LED-Betrieb umgerüstet werden. Abgebildet ist eine Aufsatzleuchte
In diesen Punkten fällt die beliebte Gaslaterne Alt-Düsseldorf aus der Gründerzeit besonders negativ auf: ihre Beleuchtungsstärke ist so niedrig, daß gerade mal der Laternensockel ausreichend erhellt wird. Da der Laternenkopf auf einem recht kurzen Mast sitzt, wird man eigentlich ständig geblendet.
Die Beleuchtungsqualität der Ansatz- und Aufsatzleuchten ist nicht viel besser, lediglich der Blendfaktor ist geringer, da die Laternenköpfe aufgrund ihrer etwas größeren Lichtleistung auf höheren Masten montiert sind.
Das hellste Licht mit dem niedrigsten Blendfaktor strahlen die Reihenleuchten aus den 50ern aus, leider sollen ausgerechnet diese schönen Laternen auf ihren eleganten Peitschenmasten im Rahmen der Umstellung ganz verschwinden.
Auch wenn die LEDs wesentlich effizienter als Gaslaternen arbeiten, halte ich die Umrüstpläne der Stadt für keine gute Idee. Farbtemperatur und Helligkeit der LEDs können noch so perfekt das Gaslicht simulieren, es ist doch nur ein historisierender und falscher Schein ohne Authentizität und emotionale Wirkung. Form und Inhalt müssen zueinander passen, sonst landet man ganz schnell bei solch Grausamkeiten wie dem Braunschweiger Schloß, einer rekonstruierten Schloßfassade mit Kaufhausinnenleben.
Eine LED gehört in moderne, funktionale Strahler und nicht in eine 80 Jahre alte Gaslaterne.
Komplett daneben liegt die Stadt mit ihrer Entscheidung, die Reihenleuchte aus den Fünfzigern vollständig zu demontieren. Das Verschwinden dieser im Stil der Nachkriegsmoderne gestalteten Laterne würde das Gesamtbild der über 100-jährigen Düsseldorfer Gaslaternen-Geschichte um ein wichtiges Element berauben, außerdem passt gerade dieser Laternentyp wunderbar zur ausgedehnten Nachkriegsbebauung Düsseldorfs.
In diesem Zusammenhang muß man die Frage stellen, warum der sogenannnte Ensembleschutz fast ausschließlich auf Straßenzüge, Plätze oder Stadtviertel angewandt wird, deren Bebauung mindestens aus dem vorletzten Jahrhundert stammt; einem Jahrhundert, welches sich überwiegend durch seine eklektizistischen Stilverirrungen und -verwirrungen auszeichnete und solch gestalterisch und funktional fragwürdige Produkte wie z.B. die Gaslaterne Alt-Düsseldorf hervorgebracht hat. Was nicht heißen soll, daß diese Produkte oder Gebäude nicht schützenswert sind, sie besitzen natürlich einen kulturhistorischen und/oder architekturgeschichtlichen Wert. Einen ebensolchen Wert besitzen aber auch die in Düsseldorf reichlich vertretenen Bauten der Nachkriegsmoderne.
Die nachts übrigens besonders schön wirken, wenn sie von Gaslaternen ihrer Generation illuminiert werden.
Da unterstütze ich doch lieber die Initiative Düsseldorfer-Pro-Gaslicht in ihrer Forderung, das Gaslaternennetz vollständig zu erhalten.***
Der schöne Gasschein muß bewahrt werden.
* Viele Mitglieder der Bürgerinitiative Düsseldorfer-Pro-Gaslicht gehören zur düsselDorfprominenz: Die Kunstsammlerin Gabriele Henkel, Tony Cragg, Rektor der Kunstakademie, Kay Lorentz vom Kom(m)ödchen, die Galeristin Julia Stoschek, der Karnevalswagenbauer Jaques Tilly, um nur einige zu nennen.
** Man kann die Lichtwirkung der LED-Laternen live vor dem Aquazoo im Nordpark überprüfen, da hier die Stadt zu Testzwecken 4 LED-Laternen mit unterschiedlichen Leuchtcharakteristika aufgestellt hat.
*** Vertretbar wäre für mich noch der Austausch der Gaslaternen gegen LEDs in eher unbelebten Stadtvierteln wie z.B. Industriegebieten oder auf Parkplätzen. In diesen nächtens ausgestorbenen Stadträumen wiegen die Sicherheitsvorteile einer hellen LED-Beleuchtung bei weitem die gemütliche Atmosphäre des Gaslichts auf.
Links:
Verein ProGaslicht, hier findet man auch die Initiative Düsseldorf Pro Gaslicht: http://www.progaslicht.de/
Pressespiegel Gaslaternen in Deutschland:
http://www.progaslicht.de/Gaslichtstadte/Presselinks/presselinks.html
Anläßlich des ersten Spatenstichs für den Kö-Bogen in Düsseldorf präsentierte Daniel Libeskind der Öffentlichkeit vor 3 Wochen seinen Entwurf zur Bebauung des Jan-Wellem-Platzes, ein zentral in der City am nördlichen Ende der Königsallee und am südlichen Ende des Hofgartens gelegenen Platzes, der seit Jahrzehnten als Straßenbahn- und Busbahnhof genutzt wird.
Der zugrunde liegende städtebauliche Neuordnungsplan für diesen Platz sieht eine fußgängerfreundliche Verbindung des bislang durch den Bahnhof und Straßen abgeschnittenen Hofgartens zur Königsallee vor.
Libeskinds Bebauungsentwurf nimmt diesen vermittelnden Charakter des Platzes ästhetisch auf, indem er drei wichtige, das Bild des dortigen Stadtraums im wesentlichen bestimmende optische Momente -die Glasfassade des Dreischeibenhauses, die geschwungene Architektur des Schauspielhauses und das Grün des Hofgartens- in seinem Gebäude namens Kö-Bogen kombiniert.
Sowohl der Straßenbahn- als auch der Autoverkehr werden zukünftig durch Tunnel unterhalb des Platzes geleitet und damit komme ich zum eigentlichen Thema des Artikels: dem Tausendfüßler.
Die aufgrund ihrer vielen Stützen von den Düsseldorfern als Tausendfüßler* bezeichnete 500m lange gegabelte Hochstraße neben dem Jan-Wellem-Platz soll nach Fertigstellung des Autotunnels trotz bestehenden Denkmalschutzes abgerissen werden.
Geplant und erbaut wurde der Tausendfüßler 1962 im Rahmen der Umstrukturierung Düsseldorfs zu einer autogerechten Stadt durch den damaligen Baudezernenten Friedrich Tamms, dem die Stadt auch die wunderschöne innerstädtische Brückenfamilie, das leider abgerissene Rheinstadion, aber auch breite, den ehemals bestehenden städtischen Wohnraum zerstörende Durchgangsstraßen, wie z.B. die Berliner Allee, in die der Tausendfüßler mündet, zu verdanken hat.
Isoliert betrachtet kann die Architektur des Tausendfüßlers aufgrund ihrer Leichtigkeit und Eleganz als sehr gelungen bezeichnet werden, innerhalb des umgebenden Stadtraums wirkt er eher sperrig und als optische Grenze zwischen der Schadowstraße und dem Schadow- bzw Jan-Wellem-Platz, zusammen mit dem benachbarten und ungefähr zur gleichen Zeit errichteten Thyssen-Hochhaus und dem etwas jüngeren Schauspielhaus ergibt sich aber ein beispielhaftes Ensemble qualitativ hochwertiger Nachkriegsarchitektur auf engstem Raum.
Verkehrstechnisch bald überflüssig, stadt- und architekturgeschichtlich aber hochinteressant hat sich der Tausendfüßler zu einem Düsseldorfer Politikum entwickelt, um den sich der Stadtrat, Bürgerinitiativen und Künstlergruppen seit 3 Jahren zanken.
Die Stadtregierung will ihn abreißen lassen, die Bürgerinitiativen und Künstler wollen ihn bewahren.
Über die zukünftige Funktion der Hochstraße sind sich die Gegner des Abrisses allerdings nicht ganz einig; die prominenteste und größte Anti-Abriß-Gruppierung Lott stonn! will auch weiterhin mit dem Auto über den Tausendfüßler fahren, andere Gruppen schlagen eine Umnutzung, z.B. als Fußgängerpromenade** vor.
Der Lott-stonn-Initiative mit ihrem Wunsch der weiteren Autoverkehrsnutzung des Tausendfüßlers kann ich mich nicht anschließen; der Individualautoverkehr muß in unseren Städten eingeschränkt werden, der Durchgangsverkehr sollte möglichst unterirdisch geführt werden, um die innerstädtische Lebensqualität zu steigern.
Wesentlich sympathischer ist mir die Idee einer Umfunktionierung des Tausendfüßlers zu einer Fußgängerpromenade. Allerdings sollte der auf der Tausendfüßler-Promenade lustwandelnde Flaneur immer an die ehemalige Funktion dieser Hochstraße gemahnt werden, indem man auf den ehemaligen Fahrspuren dicht an dicht ein paar Hundert Abwrackautos fixiert, die dort langsam vor sich hin rosten dürfen.
Gleichzeitig würde innerhalb oder besser oberhalb dieses extrem konsumorientierten Innenstadtbereichs (Königsallee, Schadowstraße) für die geneigten Fußgänger ein Ort der Kontemplation und in Anbetracht der vor sich hin rostenden heiligen Konsumkühe hoffentlich auch ein Ort der Besinnung geschaffen.
* Der gemeine Düsseldorfer neigt im allgemeinen zur Übertreibung. Tatsächlich ruht der Tausendfüßler nicht auf 1000, sondern lediglich auf 20 Stützen.
** Ein sehr gelungenes Beispiel für die Umnutzung obsoleter innerstädtischer Verkehrswege ist die in Paris auf einer stillgelegten Hochbahntrasse angelegte Promenade plantée.
Links:
Tausendfüßler: http://de.wikipedia.org/wiki/Tausendf%C3%BC%C3%9Fler_%28D%C3%BCsseldorf%29
Städtebauliche Neuordnung Nordende Königsallee/Jan-Wellem-Platz: http://www.duesseldorf.de/planung/stadtentw/entwicklungsgeb/koebogen/index.shtml
Daniel Libeskind: http://de.wikipedia.org/wiki/Daniel_Libeskind
Kö-Bogen: http://www.daniel-libeskind.com/projects/show-all/koe-bogen-duesseldorf/
Das Stadtplanungskonzept der “autogerechten Stadt”: http://de.wikipedia.org/wiki/Autogerechte_Stadt
Friedrich Tamms: http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Tamms
Künstlerinitiative gegen den Abriß des Tausendfüßlers: http://www.mitohne.de/index.htm
Initiative des rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftschutz e.V. “Lott stonn!” gegen den Abriß: http://www.pixelitohosting.com/hosting/lott-stonn/
Bürgerinitiative gegen den Abriß: http://www.unser-jan-wellem-platz.de/
Promenade plantée: http://www.promenade-plantee.org/
Fotos des Tausendfüßlers, des Jan-Wellem-Platzes und des umliegenden Stadtraums
Nach über einem Jahr wird morgen Hans-Peter Feldmanns Plastik-David vor dem Malkasten abmontiert und durch eine Skulptur von Tony Cragg, dem neuen Rektor der Düsseldorfer Kunstakademie, ersetzt.
Schade. Finden meine Kinder (6 und 8 Jahre) auch, die haben sich immer köstlich über den “großen nackten bunten Mann mit dem bekloppten Gesicht” amüsiert.
Aber eine Abschiedsparty im Malkasten am Donnerstag, den 3. September ab 19h gibt es dann doch noch.
Da ich eher am Zusammenspiel verschiedener Stadtobjekte im urbanen Raum interessiert bin, widme ich recht selten eine ganze Bilderserie einem einzelnen Gebäude. Das gelbe Haus in Derendorf scheint mir aber einer näheren Betrachtung wert zu sein.

Gelbes Haus, rote Halle, passende Container und Autos
Umschlossen vom Düsseldorfer Stadtarchiv, einer Mercedes-Benz-Werkshalle und älteren Firmengebäuden liegt das gelbe Haus am nördlichen Ende des Derendorfer Güterbahnhofs in einem alten Gewerbegebiet an der Rather Straße. Auf den ersten Blick ein eher ungewöhnlicher Ort für ein primär von Modefirmen genutztes Gebäude, näher betrachtet macht die Standortwahl Sinn, da sich in unmittelbarer Nähe Deutschlands wichtigste Modemessen auf dem Düsseldorfer Messegelände und den zugehörigen Fashion-Houses mehrmals pro Jahr inszenieren. Auch weitere Modefirmen haben bereits ihre Showrooms in benachbarte Gebäude integriert, so z.B. in der direkt angrenzenden roten Halle.
Mit seinen streng in 13 Achsen angeordneten hohen Atelier-Sprossenfenstern und dem Spitzgiebel wirkt das gelb-bräunlich verklinkerte Haus aus der Entfernung wie ein ordentlich renovierter Altbau.Die gelbe Farbe wiederholt sich in allen Gebäudeelementen: Fensterrahmen, Jalousien, die Jagdgöttin-Diana-mit-Hirsch-Statuen auf dem Dach und das Dach selbst: alles gelb oder gülden, lediglich von einem sehr kleinformatigen, an bedruckte Textilien oder Schlangenhaut erinnerndes Rautenmuster auf der Frontfassade überzogen.

Alcatraz in Düsseldorf: Rückseite des gelben Hauses
Die Annäherung an das Gebäude offenbart Überraschendes: auf der Vorderseite werden 52 Galeriefenster von kapitalen -ebenfalls gelben- Elchgeweihrepliken bekrönt; das Originalgeweih ist laut Architekten die Trophäe eines schwedischen Großwildjägers.
Der Eingang liegt etwas versteckt hinter einer Säulenreihe an der nördlichen Schmalseite des Gebäudes. Durch den Säulengang gelangt man auch zur schmucklosen Rückseite des gelben Hauses, welches in Kombination mit den vergitterten Fenstern und dem Basketballfeld eher an den Gefängnishof von Alcatraz erinnert.
Einzig der Vorplatz -terrassenförmig angelegte Parkplätze- ist ein echter Minuspunkt, da kann die zugegeben witzige Idee des als Firmenschildhalter umfunktionierten Containerstapels mit aufgepflanzten Birkenbäumchen auch nicht viel retten. Die grauen Betonplatten der Parkplätze unterstützen zwar sehr schön die Farbwirkung des gelben Hauses, im vollgeparkten Zustand geht diese Effekt aber leider verloren.
Die Verwendung klassischer Gebäudegestaltung, ohne historisierend zu wirken, der humorvolle Balanceakt zwischen Ornament und Kitsch der Elchgeweihe und die den rheinischen Backsteinexpressionismus zitierende gemusterte Klinkerfassade ergeben ein verspielt kreatives und ideenreiches Gesamtbild, sicherlich ganz im Sinne der im Haus ansässigen Modefirmen.
Der Entwurf des 2007/2008 errichteten Neubaus stammt von Karl-Heinz Petzinka, Nathalie Ness und René Clasen, Bauherr ist die Petzinka Wohn- und Gewerbeimmobilien GmbH & Co KG.
Und sollten die Elchgeweihe mal aus der Mode kommen, kann man sie garantiert ganz leicht durch andere Applikationen ersetzen, die dann en vogue sind, wie z.B. Elefantenrüssel, Blumenkästen, Klobürsten…
Kay
Gelbes Haus
Düsseldorf Derendorf, Rather Straße
Baujahr 2007-2008
Architekten: Karl-Heinz Petzinka, Nathalie Ness und René Clasen
Rote Halle
ehemalige Rheinmetall-Halle, Sanierung und Umbau 2006
Architekten: Petzinka Pink Architekten
Premiere in Anwesenheit der Regisseurin und Hilla Becher am 22.04.09 um 20h im atelier-Kino
Graf Adolf Str. 47 · 0211 – 566 34 96 · atelier@filmkunstkinos.de
Deutschland 2009 – 90 Min. – Farbe/sw – Dokumentarfilm von Marianne Kapfer. Mitwirkende: Bernd Becher, Hillla Becher, Thomas Struth, Thomas Ruff, Candida Höfer, Matthias Koch, Götz Diergarten, Susanne Lange, Ludger Derenthal u.a.
Die Hochöfen, Fördertürme, Aufbereitungsanlagen – inzwischen vielerorts zerstörte Zeugnisse industrieller Entwicklung – leben in den Fotografien von Bernd und Hilla Becher weiter. Das Düsseldorfer Künstlerpaar erzählt in dem Dokumentarfilm “Die Fotografen Bernd und Hilla Becher” von seinem Leben, Werk und Wirken, das fünf Jahrzehnte lang dem Fotografieren von Industriebauten gewidmet war.
Schwarz–weiß, nüchtern präzise, vor immer grauen Hintergrund von leicht erhöhtem Standpunkt aus aufgenommen: So sehen die Bilder der Bechers unverändert seit den Sechziger Jahren aus: “Als wir merkten, dass die Industriebauten verschwinden, haben wir sie mit dem Fotoapparat festgehalten.” Bernd und Hilla Becher haben nichts anderes mehr gemacht. “Es war wie eine Verpflichtung für uns”.
Somit haben die Bechers dazu beigetragen ein Bewusstsein für den Erhalt des industriellen Kulturguts zu schaffen. In diesem Film geben Bernd und Hilla Becher uns einen Einblick in ihr Leben und Werk: Ihre Herangehensweise, Motivation und Faszination für industrielle Bauwerke. “Bernd Becher konnte einen morgens um halb sieben anrufen und über das richtige Objektiv diskutieren. Diese Leidenschaft für die Fotografie war eine große Inspiration für mich.” So Thomas Struth über Bernd Becher, der zwanzig Jahre als Professor an der Kunstakademie in Düsseldorf lehrte. Studenten der Bechers wie die Fotografen Thomas Struth, Thomas Ruff und Candida Höfer, Jörg Sasse ergänzen das Bild von den beiden Künstlerpersönlichkeiten.
“Ach Hilla, was wollen wir denn auf Teneriffa? Da passen wir doch gar nicht hin.”, waren Bernd Bechers Worte zu seiner Ehefrau Hilla, nachdem ihm sein Arzt nahe legte, seine Bronchitis auf Teneriffa auszukurieren.
Nachzulesen ist diese bezeichnende Aussage in dem sehr interessanten Interview der SZ mit Hilla Becher, ein Jahr nach dem Tod ihres Ehemanns 2007.
Da stellt sich natürlich die Frage, wo die beiden besser hingepasst hätten.
Wahlheimat der Bechers war bis vor kurzem eine alte Papiermühle in Düsseldorf Wittlaer. Mit seinem Buch “Die Mühle” hat Matthias Schaller in den Jahren 2001/2002 Wohn- und Arbeitsräume der Bechers in dieser Mühle hervorragend fotografisch festgehalten.
Unweit der Papiermühle im Stadtteil Kaiserswerth befindet sich am Suitbertus-Stiftsplatz in einem ehemaligen Schulhaus seit 2002 das Kunstarchiv Kaiserswerth mit dem fotografischen Werk der Bechers. Samstags und Sonntags von 14-17h kann man hier ausgewählte Arbeiten der Bechers betrachten.
Für meinen Geschmack passen diese beiden besessenen und ruhelosen Fotografen aber auch nicht so recht in das Bild ihrer sehr beschaulichen Wahlheimat Düsseldorf Kaiserswerth.
Am besten aufgehoben waren sie wohl nirgendwo/irgendwo auf ihren langen Fotoreisen zu den alten Industriebauten.
Kay
Links:
SZ-Interview mit Hilla Becher: sz-magazin.sueddeutsche.de/drucken/text/24539
Düsseldorf Wittlaer: de.wikipedia.org/wiki/wittlaer
“Die Mühle” von Matthias Schaller: www.amazon.de/Die-M%C3%BChle-Matthias-Petrus-Schaller/dp/3865214320/
Matthias Schaller: www.matthiasschaller.com/home.asp
Düsseldorf Kaiserswerth: de.wikipedia.org/wiki/kaiserswerth
Kunstarchiv Kaiserswerth: www.museum-kunst-palast.de/UNIQ123246278912978/doc97A
Einladung zur Vernissage
gloriahalle, belsenstraße 20, düsseldorf oberkassel
fr 30.01.09 um 18 uhr, ab 22 uhr party
sa 31.01.09 von 12–22 uhr
so 01.02.09 von 10–20 uhr, ab 15 uhr kaffee und kuchen
portraitfotografien von:
daniel hofer
dirk rose
eva baales
jonas holthaus
karsten kronas
kay röhlen
malte wandel
mark ansorg
michael englert
michael thieme
olga kessler
sabine springer
sandra muequin
valerie schmidt
weitere informationen finden sie unter www.youngphotographers.de
Pressetext: i_object_pressetext.pdf
Ausgestellte Fotoserien: i_object_arbeiten.pdf

Revitalisierung, Wiederbelebung findet zurzeit an einem 34-jährigen Patienten statt, dem von HPP 1974 errichteten Hauptverwaltungsgebäude der VEBA in Düsseldorf Golzheim. Klinisch war der Patient also tot.
Optisch tot trifft es wohl eher. Der vormals typische 70er Jahre Büroblock mit bronzefarbener Aluminiumfassade und dunkelgetönten Fensterscheiben passte nicht mehr in das Selbstbild des zukünftigen Mieters, irgendeines beliebigen Wirtschaftsunternehmens.
Hell und freundlich wie das Arbeitsklima
, transparent und offen wie die Firmenpolitik
müssen die aktuellen Verwaltungsgebäude der Wirtschaft wirken. Und abends kann man sich noch ein Beispiel an dem emsigen Humankapital nehmen dürfen, welches gut sichtbar hinter den großen Glasfronten zu später Stunde noch seiner Beschäftigung nachgeht.
Das alte VEBA-Gebäude (zuletzt Degussa-Verwaltung) symbolisierte optisch genau das Gegenteil: dunkel, mächtig, verspiegelte Fenster verwehrten den Einblick.
Und deshalb wird es revitalisiert, wiederbelebt, gefacelifted; die nicht unbedingt “schöne”, aber bemerkenswerte und für ihren Entstehungszeitraum typische alte Fassade weicht einer trendig-neuen Vorhangfassade mit vertikal rhythmisierenden, versetzt angeordneten Fassadenelementen.
Hübsch anzusehen, verglichen mit dem Urzustand leider langweilig und beliebig.
Kay
Die Hauptausstellung des Jubiläums wird vom museum kunst palast ausgerichtet werden. Ausgangspunkt sind die Werke der kurfürstlichen Sammlung, die sich noch im eigenen Bestand erhalten haben. Im Zentrum steht das monumentale Gemälde von Peter Paul Rubens „Die Himmelfahrt Mariae“ (Dauerleihgabe der Kunstakademie), das von Brüssel auf dem Rhein nach Düsseldorf gebracht wurde. Es stellt heute die bedeutendste Hinterlassenschaft der legendären Gemäldegalerie in Düsseldorf dar.
Das dramatische Schicksal dieser Holztafel, seine Varianten, Kopien und Nachfolgewerke, die bildkünstlerische und literarische Rezeption werden erstmals genauer vorgestellt. Eine Auswahl von hochkarätigen Leihgaben aus internationalen Sammlungen, die im engen Bezug zum Werk stehen, soll zum Verständnis von Rubens, seiner gegenreformatorischen Bilderwelt und dem damit verbundenen politischen Kalkül des Kurfürsten beitragen.
Ein weiteres wichtiges Kapitel innerhalb der Ausstellung beleuchtet den Hintergrund für die Sammelleidenschaft und Geschmackskultur Jan Wellems, die ganz entscheidend von seiner zweiten Frau Anna Maria Luisa de’ Medici und dem Florentiner Hof geprägt wurde. Am Beispiel Florenz soll der Kulturtransfer zwischen Florenz und Düsseldorf als eine Form der höfischen Macht- und Kulturpolitik veranschaulicht werden.
Florentiner Schätze aus den Uffizien, der Galleria Palatina und dem Museo degli Argenti des Palazzo Pitti, die mit Jan Wellem und Anna Maria Luisa de’ Medici in Verbindung gebracht werden können, sollen erstmals in Düsseldorf gezeigt werden. Darunter sind Selbstbildnisse der Düsseldorfer Hofmaler und Werke der niederländischen Feinmalerei von Jan Douven, Adriaen van der Werff oder der Stilllebenmalerin Rachel Ruysch, aber auch weitgehend unbekannte Bildnisse und Kostümbilder des fürstlichen Paares sowie kunsthandwerkliche Schmuckstücke.
Ein besonderes Erlebnis für die Besucher wird zusätzlich sein, dass die „Himmelfahrt Mariae“ von Rubens durch eine virtuelle, dreidimensionale CAD-Rekonstruktion in ihren wieder entdeckten, originalen Prunkrahmen und in den ehemaligen Kirchenraum versetzt wird. Das museum kunst palast kooperiert dafür mit Prof. M. Koob, Leiter des Fachbereichs Informations- und Kommunikationstechnologie in der Architektur an der TU Darmstadt, und Marc Grellert, Leiter der „Architectura Virtualis Gmbh, Darmstadt“.
Zugleich wird die große Holztafel von Rubens erstmals auch technologisch genauer untersucht werden in Kooperation mit der Universität Hamburg, Fachbereich Holzwissenschaft, durch Prof. Dr. P. Klein, den führenden Experten auf dem Gebiet der Dendrochronologie.
Das umfangreiche Rahmenprogramm können Sie dem Kalender entnehmen.
Der wissenschaftliche Katalog zur Ausstellung enthält einen Anhang mit historischen und literarischen Quellen zur Rezeption der kurfürstlichen Gemäldegalerie.
Stiftung museum kunst palast
Ehrenhof 4-5
40479 Düsseldorf
info@museum-kunst-palast.de
Fon 0211 8924242 (Infoband)
Fon 0211 8992460 (11–18 Uhr)Di–So 11–18 Uhr
Eintritt: 8 Euro
ermäßigt: 6,00 Euro
Wie wollen ältere Menschen in Düsseldorf leben? Neben historischen Exponaten der eigenen Museumssammlung, die Altsein und Alter im Lauf der Düsseldorfer Stadtgeschichte zeigen, stehen die Lebenswelten älterer Menschen im Mittelpunkt, wie sie sich heute zeigen und schon morgen aussehen könnten. Die Ausstellung dokumentiert, wie sich der Lebensraum Stadt den neuen demografischen Bedingungen anpasst und sich daraus positiv entwickeln kann.
Gemälde, Grafiken, Modelle, Fotografien, Ton- und Filmaufnahmen, Tagespresse, Printmedien und Gebrauchsgegenstände schaffen Raum zum Dialog sowie zur Diskussion. Ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm mit Arbeitsgruppen, Seminaren und Vorträgen fordert Alt und Jung auf, mit zu diskutieren, zu entwerfen, zu gestalten oder sich einfach zu informieren. Lokale, überregionale und auch internationale Experten und Expertinnen stehen dabei zur Seite. Die Ergebnisse werden stetig in die bestehende Ausstellung integriert und in einem abschließenden Forum präsentiert.
ALT + jung: Stadt im demografischen Wandel
Die Ausstellung im Stadtmuseum, Berger Allee 2, ist dienstags bis sonntags jeweils von 11 bis 18 Uhr geöffnet.
27. September bis 28. Dezember 2008
Forum: Sonntag, 07. Dezember um 15 Uhr
“düsseldorf repariert” ist die Fortführung einer Reihe von künstlerischen Aktivitäten der Gruppe HIRNSTURM aus dem Raum Düsseldorf, die sich als tätige und koordinierende Künstler und gestaltende Personen verstehen.
In dieser Aktion ist Düsseldorf das Operationsfeld positiver Veränderungen. Das Suchen und Finden von Mängeln, die Verbesserung und Beseitigung von Unvollkommenheiten, das Darstellen von Lösungen und deren Beurteilung und Präsentation in der Öffentlichkeit ist das Programm dieser künstlerischen Aktion, zu der gestaltende Menschen verschiedenster Berufsgruppen spartenübergreifend und überregional eingeladen wurden.
Bildende Künstler mit malerischem, bildhauerischen und konzeptionellem Ansatz, Medienkünstler, Landschaftsarchitekten, Städteplaner, Hochbauarchitekten und Philosophen aus dem In- und Ausland haben sich an dieser Aufgabe beteiligt.
Für die Jurierung der eingereichten Vorschläge im April 2008 konnten mit Gabi Runge und Prof. Dr. Thorsten Scheer zwei Kunsthistoriker, mit Kay Röhlen ein Fotograf aus Düsseldorf und mit Astrid Klein vom Büro Klein-Dytham aus Tokio eine Architektin und Designerin gewonnen werden.
Ausstellungseröffnung am Freitag, den 27.06.2008 um 17:00 Uhr im Ballhaus, Düsseldorf Nordpark.
Im Jahr 1958 hat das Kulturamt der Stadt Düsseldorf zum 300. Geburtstag Jan Wellems eine Festschrift herausgegeben, in der die Bedeutung der Erfahrungen durch Geschichte hervorgehoben wird. In diesem Jahr wird zum 350. Geburtstag die Jan-Wellem-Hochstraße zum Abriß freigegeben und der Platz verkauft und bebaut.
War nicht das Ensemble von Tausendfüßler, Schauspielhaus und Dreischeibenhaus lange Zeit die moderne Ansicht von Düsseldorf?
Und jetzt wird, statt diesen Bereich der Stadt zu pflegen und mit Sachverstand die freien Flächen zu gestalten, die ganze gewachsene Situation zerschlagen. Eine Stadtbild prägende denkmalgeschützte Architektur wird durch beliebige Bürobebauung mit riesigen Kosten und Folgekosten, ohne jede Notwendigkeit ersetzt, nur aus unreflektierten geschmacklichen Gründen und um wenigen die Möglichkeit zu geben sich auf Kosten aller zu bereichern.
Aus diesem Grund findet das Ausstellungsprojekt unter freiem Himmel statt. Welche Rolle spielt die bildende Kunst bei der Gestaltung des öffentlichen Raumes? Künstlerinnen und Künstler sind eingeladen sich mittelbar und unmittelbar im Stadtraum zu äußern. Die Ausstellung und das dazu gehörige Veranstaltungsprogramm finden auf der direkten Achse zwischen Worringer- und Jan-Wellem-Platz in Ladenlokalen, Auslagen und auf der Straße statt und ist auf Veränderung ausgerichtet. Die Ausstellung in ihrem Entstehungsprozess stellt den Ergebnissen von Planung eine andere Vorgehensweise an die Seite.
Dementsprechend dient www.mitohne.de als Kommunikationsplattform der Entwicklung des Projekts. Die Liste der teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler sowie der Ausstellungsorte und das Veranstaltungsprogramm werden regelmäßig dem aktuellen Stand angepaßt, bzw. erweitert. Zudem enthält sie Möglichkeiten direkter Kommunikation und Dokumentation.
Das Ausstellungsprojekt gliedert sich in 2 Phasen. Phase 1 findet im Juni statt; Phase 2 im September 2008 ist für Beiträge, die eine längere Entwicklungszeit benötigen, vorgesehen.
Der Wiederaufbau Düsseldorfs nach dem Zweiten Weltkrieg gilt vielfach als besonders modern und ästhetisch gelungen.
Die Entwicklung zur “Stadt modern” war aber auch von Auseinandersetzungen um Stadtplanung und Architektur, um unterschiedliche Stadtentwürfe gekennzeichnet.
Düsseldorfs Weg zur modernen Architekturstadt der 1950er/60er-Jahre dokumentiert bis zum 31. August die Ausstellung “Architektenstreit - Wiederaufbau zwischen Kontinuität und Neubeginn”.
Zu sehen sind Karten, Pläne, Fotografien wie auch Ton- und Filmaufnahmen sowie Tagespresse und Archivalien.
Die Schau im Stadtmuseum, Berger Allee 2, ist dienstags bis sonntags jeweils von 11 bis 18 Uhr geöffnet.
Ausstellungseröffnung: Freitag, 06.06.08 um 19:30 Uhr






















