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Fotografie

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Wundertüte

Auf der Suche nach einer Teleoptik stieß ich bei meinen Internetrecherchen immer wieder auf eine Optik mit dem schönen Namen “Wundertüte”. Geprägt wurde dieser Begriff in den 80er Jahren von Walter E. Schön, Objektivtester der Zeitschrift Colorfoto, der diesem Objektiv im Rahmen eines Vergleichstests eine sehr gute Qualität für einen minimalen Preis bescheinigte.
Die Wundertüte, ein f8.0 500mm Refraktor mit 4 Linsen, kann man nach nunmehr 30 Jahren in etwas veränderter Bauform immer noch neu unter den verschiedensten Handelsnamen kaufen. Früher als Beroflex bekannt, wird die koreanische Optik aus dem Hause Samyang heute unter den Namen Hanimex, Walimex, Danubia usw vertrieben. Die Preise bewegen sich zwischen 20€ für ein gebrauchtes bis 150€ für ein neues Exemplar inklusive Kameraadapter (Stand: Februar 2012).

Getestet habe ich die Abbildungsleistung des Objektivs unter Praxisbedingungen bei Tageslicht, außerdem die softwareseitige Korrektur der Farbfehler. Alle Aufnahmen wurden mit einer Nikon D5100 und dem Walimex 8.0 500mm neuer Bauart (67mm Frontlinsendurchmesser) erstellt. Montiert wurde die Optik auf einem schweren Manfrotto-Triman-Stativ, dazu später mehr.

 
Schärfeleistung bei verschiedenen Blenden
Bereits bei offener Blende (f8.0) zeigt die Optik eine gute Schärfe über den gesamten Bildbereich, der Schärfeabfall an den Rändern ist minimal.
Die größte Schärfe wird bei f11 bis f16 erzielt, f22 zeigt eine beugungsbedingte leichte Unschärfe, f32 ist nicht mehr zu gebrauchen.

 
Farbfehler
Bei Blende 8 bis 11 zeigen sich über das gesamte Bildfeld an Kontrastkanten ausgeprägte lila Farbsäume, die ab f16 stark zurückgehen und bei f22 fast verschwunden sind.
Ebenfalls auftretende Überstrahlungen an Kontrastkanten werden durch eine Verkleinerung der Blendenöffnung nicht beseitigt.
Auch Punktlichtquellen auf Nachtaufnahmen weisen Farbsäume in den Farben lila, grün, gelb und rot auf, außerdem Überstrahlungen.

 
Korrektur der Farbfehler mit Lightroom
Die Korrektur der chromatischen Aberrationen und der Farbsäume mit Lightroom ist recht einfach und wirkungsvoll. Die auf meinem Testbild angegebenen Einstellungen sollten allerdings nicht ungeprüft übernommen werden, abhängig von Arbeitsblende und Motiv können die Werte stark schwanken. Zur Beseitigung der lila Farbsäume hat sich neben den Einstellungen für Rot/Cyan und Blau/Gelb unter Entwickeln/Objektivkorrekturen/Chromatische Aberration auch eine Sättigungsminderung der Farbe Lila unter Entwickeln/Farbe bewährt.

 
Verzeichnung und Vignettierung
Sowohl Verzeichnung als auch Vignettierung der Wundertüte sind auf einem APS-C Sensor so minimal, daß ich sie nicht weiter untersucht habe.

 
Streulicht
Das Objektiv besitzt leider keine Streulichtblende, eine selbstgebaute Röhre aus schwarzem Karton, die man über den Objektivtubus stülpt, sieht zwar nicht so schick aus, erfüllt aber auch seinen Zweck. Streulichteinflüsse habe ich ebenfalls nicht untersucht.

 
Handhabung
Nicht unproblematisch ist die Handhabung dieses lichtschwachen Teleobjektivs. Ohne stabile Montierung geht nichts, die geringsten Erschütterungen durch z.B. Wind lassen die Bilder verwackeln. Auch die Scharfstellung des Motivs ist nicht ganz einfach, hier bewährt sich Live-View mit Zoomvergrößerung. Außerdem muß man die Kamera über eine Fernbedienung oder notfalls mit dem Selbstauslöser auslösen, da der Fingerdruck auf den Auslöser das Bild garantiert verwackeln würde. Eine Spiegelvorauslösung hat im Test überraschenderweise keinen Einfluß auf die Schärfe gezeigt, siehe Testbild. Nie sollte man allerdings das Objektiv über die Stativschelle mit dem Stativ verbinden, da der Spiegelschlag einer DSLR das System in Schwingung versetzt und die Aufnahme verwackelt, siehe Beispielbild. Die Montierung des Systems über das Kameragewinde stellt kein Problem dar, weil das sehr leichte Objektiv mit seinen 640g den Bajonettanschluß der Kamera nicht stark belastet.

 
Resümee
Alles in allem kriegt man für sehr wenig Geld eine recht leistungsfähige Optik, die aber nicht einfach zu handhaben ist. Die höchste Schärfe, leider verbunden mit starken Farbfehlern, erzielt die Wundertüte bei f11. Bei f16 weist das Bild immer noch eine gute bis sehr gute Schärfe auf, allerdings werden die bei offener Blende auftretenden starken Farbfehler auf ein erträgliches Maß reduziert, die man mittels Bildbearbeitung weitestgehend eliminieren kann.

Sport- oder Tierfotografen sollten Abstand von der Wundertüte nehmen und sich lichtstärkeren Optiken mit Autofokus zuwenden. Allen, die Spaß am Experimentieren mit extremen Bildwinkeln haben und ausreichend Geduld mitbringen, kann ich dieses Objektiv wärmstens empfehlen.

 
Links
Hersteller Samyang:
http://www.syopt.co.kr/eng/product/manual_zoom_500preset.asp

Vertrieb Walimex:
http://www.walimex.com/nc/foto/produkt/12728

Foreneintrag des Objektivtesters Walter E. Schön zur Abbildungsleistung der Wundertüte:
http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/topics/213719/

 
Testbilder (Anklicken zur Vollansicht)

Verkleinerte Übersichtsaufnahme mit 50mm und Testaufnahme mit 500mm

Verkleinerte Übersichtsaufnahme mit 50mm und Testaufnahme mit 500mm

1:1 Ausschnitt Zentralbereich

1:1 Ausschnitt Zentralbereich

1:1 Ausschnitt Randbereich

1:1 Ausschnitt Randbereich

Farbfehlerkorrektur mit Lightroom

Farbfehlerkorrektur mit Lightroom

Verwackelungstest der Wundertüte

Verwackelungstest der Wundertüte

Urbane Räume

Hallo Leute,

ich lade Euch zur Eröffnung der Ausstellung ‘Urbane Räume’ nächsten Freitag um 19h ein, alle weiteren Infos finder Ihr auf dem Plakat.

Bis Freitag, Kay

Link zum Ort: http://g.co/maps/bd8m

WEEKEND

Bilderbuch Düsseldorf

Unter der vorbildlich gestalteten Seite www.bilderbuch-koeln.de hat man bereits seit 2 Jahren die Möglichkeit, stadtraumbezogene Fotos georeferenziert hochzuladen. Neben aktuellen Stadtansichten und Kölner Architektur findet man dort auch sehr interessante historische Fotos.
Nun hat Düsseldorf endlich mit www.bilderbuch-duesseldorf.de nachgezogen, hier Auszüge aus dem selbstdarstellenden Text:

Bilderbuch Düsseldorf soll das Bild unserer Stadt dokumentieren - in Text und Bild. Gezeigt werden Häuser, Straßen, Plätze, Kunstwerke und Ereignisse - über alle Zeiten. Angefangen von frühen Stichen und Plänen bis zur modernen HDR-Fotografie. Begleitet werden sollen ie Abbildungen von umfangreichem Textmaterial, die das Bilderbuch Düsseldorf zu einem städtebaulichen Lexikon Düsseldorf machen werden. Dieses ambitionierte Projekt ist möglich durch die Zusammenarbeit von Privatpersonen, Geschichtsvereinen, Fotobegeisterten und Ämtern der Stadt Düsseldorf.

Die Verknüpfung von Fotos mit Geodaten und Google Maps ermöglicht eine einfache virtuelle Navigation durch Düsseldorf. Schlagworte ermöglichen eine thematische Darstellung. Alle Straßen, zu denen es Fotos gibt, sind gelistet. Mehr und mehr Text zu den einzelnen Fotos, Straßen und Stadtteilen kommt dazu.

Neu ist die Möglichkeit der direkten Verknüpfung von Fotos (Foto-Tagging). Damit können Teile von Fotos mit anderen Fotos verlinkt werden und so ganze Fotofolgen, Stadtrundgänge oder Bildergeschichten entstehen.

Themen fassen Fotos zu einem Komplex zusammen, z.B. zum Medienhafen, Luftbilder etc.

Bilderbuch Düsseldorf ist keine Fotocommunity wie Flickr, in der beliebige und qualitativ schlechte Fotos abgelegt werden. Wir wollen unsere Stadt darstellen, nicht Haustiere, Personen oder Urlaubsbilder. Deshalb gelten Regeln und Nutzungsbedingungen zum Hochladen von Fotos.

Jeder kann mitmachen, kostenlos! Wer ein spezielles Interesse hat, wendet sich bitte direkt an die Redaktion. Insbesondere Fotografen, Schulen, Vereine können Ihre Fotos und auch sich selbst im Bilderbuch Düsseldorf darstellen.

Vieles ist bereits geschrieben worden zum Thema Google Street View, viel Emotionales, viel Sachliches, deshalb nur ein kurzes Statement meinerseits, da in dieser Diskussion ganz maßgeblich die elementare Voraussetzung für dokumentierende (Stadt)Fotografie in Frage gestellt wird, die Panoramafreiheit:

§ 59 UrhG – Werke an öffentlichen Plätzen

„(1) Zulässig ist, Werke, die sich bleibend an öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen befinden, mit Mitteln der Malerei oder Grafik, durch Lichtbild oder durch Film zu vervielfältigen, zu verbreiten und öffentlich wiederzugeben. Bei Bauwerken erstrecken sich diese Befugnisse nur auf die äußere Ansicht.“
Erweitert wird dieses Gesetz bezüglich der Abbildung von Personen im öffentlichen Raum über:

§ 23 KunstUrhG: Ohne Einwilligung erlaubt sind unter Anderem „Bilder, auf denen die Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder sonstigen Örtlichkeit erscheinen“ und„Bilder von Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Vorgängen, an denen die dargestellten Personen teilgenommen haben“.

Paris zensiert, Eugene Atget

Paris zensiert, Eugene Atget

Die Rechtslage ist also klar, gewisse Feinheiten wie z.B. Kunstwerke im öffentlichen Raum werden in weiteren Paragraphen abgehandelt. Trotzdem gerieren sich die Deutschen, vorneweg unter anderem der Chef unserer Spaß- und Egopartei Guido Westerwelle oder die Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner, als ob ihnen durch die Ablichtung ihrer Hausfassaden nicht nur ihr Besitz, sondern auch noch die Seele geraubt werden könnte. In einigen Diskussionen wurden Häusern gar Persönlichkeitsrechte, resp. das Recht am eigenen Bild zugesprochen.

All das ist nur wieder Ausdruck unseres postmodernen übersteigerten Individualismus und Egoismus, der Horizont dieser Personen erstreckt sich offensichtlich nur bis zum eigenen Gartenzaun. Unter’m Strich zähle ICH, ICH, ICH und MEIN BESITZ. Daß man aber immer noch Teil einer Gesellschaft, daß das eigene Haus Teil einer Straße, eines Viertels, einer Stadt, eines Ganzen ist, wird schlichtweg geleugnet und komplett überzogene Verlustängste über geltendes Recht gestellt.

Leider betrifft diese idiotische Diskussion im speziellen die Stadtfotografie, im allgemeinen die Geschichtsschreibung. Was wären Eugene Atgets Parisaufnahmen oder Julius Söhns Aufnahmen Düsseldorfs mit geschwärzten Häusern heute wert? Nichts.

Meine Düsseldorfbilder wurden alle unter Beachtung geltenden Rechts erstellt, freiwillig gelöscht oder geschwärzt wird hier gar nichts.

Abschließend noch der Link zum Bilderbuch-Prozeß, eine Klägerin verlangte die Löschung eines georeferenzierten Fotos ihrer Hauses von der Seite www.bilderbuch-koeln.de, die Klage wurde vom Landgericht Köln Anfang 2010 abgewiesen:

http://www.telemedicus.info/urteile/Datenschutzrecht/982-LG-Koeln-Az-28-O-57809-Fotos-von-Strassen-und-Gebaeuden-Bilderbuch-Koeln.html

Der rote Bulli kommt

Der rote Bulli

Der rote Bulli im NRW-Forum Düsseldorf

Nach gefühlten 1000 Ausstellungen mit eher profanen, aber publikumswirksamen Themen* stellt das NRW-Forum Düsseldorf ab dem 11.09.2010 das Werk Stephen Shores aus, eine der Schlüsselfiguren der New Color Photography. Auch der Einfluß Shores auf die Düsseldorfer Schule unter der Leitung der Bechers in den 70er, 80er und auch noch 90er Jahren wird in dieser Ausstellung anhand von Bildern der ehemaligen Becherschüler, wie z.B. Candida Höfer, Thomas Ruff, Thomas Struth und Andreas Gursky thematisiert.

*Nach der Privatisierung des ehemaligen Landesmuseums für Volk und Wirtschaft im Jahre 1998 konzentriert sich das Management des NRW-Forums vorwiegend auf leichtverdauliche und populäre Ausstellungen. Die enge finanzielle Bindung an einen der Hauptsponsoren -die Messe Düsseldorf- wird durch den unproportional hohen Anteil modebezogener Themen im Ausstellungskatalog deutlich: kein Jahr vergeht, ohne das zeitgleich zur Eröffnung einer der großen Düsseldorfer Modemessen auch irgendetwas Modisches im NRW-Forum zu sehen ist.

 
Der rote Bulli: Stephen Shore und die Neue Düsseldorfer Fotografie
11.09.2010 - 16.01.2011

NRW-Forum Düsseldorf
Ehrenhof 2
40479 Düsseldorf, Germany

Teilnehmende Künstler:
Stephen Shore, Bernd und Hilla Becher, Thomas Struth, Axel Hütte, Tata Ronkholz, Miles Coolidge, Martin Rosswog, Thomas Ruff, Candida Höfer, Claus Goedicke, Simone Nieweg, Stefan Schneider, Kris Scholz, Wendelin Bottländer, Elger Esser, Andreas Gursky, Boris Becker, Bernhard Fuchs, Laurenz Berges, Andi Brenner, Volker Döhne, Claudia Fährenkemper, Matthias Koch

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog:
Format 22,5×21,5 ca. 250 S., Hardcover, zweispr. Deutsch / Englisch, 33,- Euro
Titel: Der Rote Bulli. Stephen Shore und die Neue Düsseldorfer Fotografie / Stephen Shore and the new Düsseldorf Photography
Herausgegeben von Werner Lippert und Christoph Schaden
Autoren: Christoph Schaden, Tony Hiss, Gerald Schröder, Jeffrey Ladd, Maren Polte, sowie ein Überblick über “Die Studienklasse von Bernd Becher an der Kunstakademie Düsseldorf” mit allen Schülern.

Exzellenzfotografie
Erfolgsgeschichtenfotografie
BestPracticeFotografie
Benchmarkfotografie
Referenzfotografie
Success-Story-Fotografie
Das-Geistige-kommt-hier-zu-kurz-Fotografie
Weltanschaulich durchgeformte Fotografie
Ganzheitliche Fotografie
Masterplan-Fotografie
Nachhaltige Fotografie
Ich-bedanke-mich-für-diese-Frage-Fotografie
Leistungsbereitschafts-Fotografie
Beispielhafte Fotografie
Rheinisch-Römisch-Katholische Fotografie
Protestants-Go-Home-Fotografie
Reform-Fotografie
Rettungsschirm-Fotografie
Soziale-Marktwirtschafts-Fotografie
New-Deal-Fotografie
Sechsspänner-Fotografie
Hausaufgaben-machen-Fotografie
Neu-Aufstellen-Fotografie
Early-Adopter-Fotografie
Fanboy-Fotografie
Finger-im-Po-Mexiko!-Fotografie
Anständige Fotografie
Entscheider-Fotografie
Salon-Fotografie
Bildungsferne Fotografie
Aufbau-West-Fotografie
Abbau-Ost-Fotografie
emotionale Fotografie
Lückenlos-Aufgeklärte-Fotografie
Lumas-Fotografie
Akademie-Fotografie
Wachstumsbeschleunigungs-Fotografie
Womanizer-Fotografie
Koronarprotektive Fotografie
Fotografie von Gottes Gnaden
Lüftlfotografie
Besonders wertvolle Fotografie
Prädikatsfotografie
Prekariatsfotografie
Operettenfotografie
hochsterilisierte Fotografie
Anstrengungslose Wohlstandsfotografie
Spätrömische Dekadenzfotografie
Gefährdete Mittelstandsfotografie
Fotografie muß sich wieder lohnen!
Leitfotografie
Barrierefreie Fotografie
authentische Fotografie
Kompetenzfotografie
Das wird man ja wohl noch fotografieren dürfen!
Top-Kill-Fotografie
unbürokratische Fotografie
Sommermärchenfotografie
präsidiale Fotografie
Triple A-Fotografie
Gesunde Volksfotografie
Rumpelfotografie
Win-Win-Fotografie
Lose-Lose-Fotografie
Lieber schlechte Fotos als gar keine Fotos!
intelligente Fotografie
wertkonservative Fotografie
hintergründige Migrationsfotografie
verantwortungsvolle Fotografie
hochuninteressante Fotografie
Sackkinofotografie
mißverstandene Fotografie
brutalstmögliche Fotografie
epochale Revolutionsfotografie
systemimmanente Fotografie
tiefbegabte Fotografie
arbeitsplatzgefährdende Fotografie
arbeitsplatzsichernde Fotografie
nicht hilfreiche Fotografie
Deutsche Volksfotografie

Vortrag, Diskussion und Bildpräsentation
5. August 2010, 19 Uhr

Stadtplanung und Architektur sind die wesentlichen Gestaltungsinstrumente des städtischen Raumgefüges und bestimmen die innere Wahrnehmung des Stadtraums. Die äußere Wahrnehmung, das Stadtimage, wird entscheidend durch Fotografie und Film geprägt. Wie unterschiedliche politische, ökonomische oder dokumentarische Positionen vielfältige und völlig divergente Stadtimages erzeugen können, untersucht der Düsseldorfer Kay Röhlen seit mehreren Jahren mit seiner dokumentarischen Stadtraumfotografie.

Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist DAZZLEDORF, die flächendeckende Abbildung der Düsseldorfer Stadtlandschaft der Gegenwart mit den Mitteln der demokratischen Fotografie. Dazzledorf umfasst derzeit etwa 1200 Fachkamera-Aufnahmen mit Fokus auf Bauten der Moderne, Stadtumbauten der Nachkriegszeit und Bauten des Verkehrs. In anderen Serien erforscht Röhlen differenzierte Herangehensweisen an die Wahrnehmung von Stadträumen und hinterfragt Aussagekraft und dokumentarischen Wert von Stadtraumfotografien. In jüngster Zeit dehnt Röhlen sein Arbeitsfeld auf andere Städte, insbesondere Rotterdam, aus.

Im Vortrag am 05.08. stellt Röhlen zwei sehr unterschiedliche Konzepte seiner Stadtraumfotografie vergleichend vor. Im Anschluss Diskussion bei Wein und Snacks.

Statt einer begleitenden herkömmlichen Ausstellung werden wir einen zahlreichen Meter langen Endlos-Print mit Fotos unterschiedlicher Serien an die Wände des Projektraums montieren. Besucher haben die Möglichkeit, die Papierbahn zu zerschneiden und sich einzelne Fotos anzueignen. Die Ausstellung endet spätestens, wenn alle Fotos einen neuen Eigner gefunden haben.

Der Projektraum Fotografie ist eine Initiative von Haiko Hebig, Gerhard Kurtz und Daniel Sadrowski.

Projektraum Fotografie

Huckarder Straße 8-12
44147 Dortmund

Telefon 0231 58 96 253

Einladungskarte (PDF)

www.americansuburbx.com

Sehr umfangreiche amerikanische Fotoseite mit den Schwerpunkten Dokumentation, Reportage und Konzeptfotografie. Besonders interessant die Dutzende von Interviews mit z.B. Stephen Shore, William Eggleston, Gary Winogrand, Thomas Ruff …

www.americansuburbx.com

Rotterdam auf www.kayroehlen.net

Rotterdam auf www.kayroehlen.net

Unter www.kayroehlen.net/rotterdam gibt es jetzt Rotterdamer Stadtaufnahmen zu sehen, die ich dieses Jahr aufgenommen habe. Die Bilder werden in Form einer interaktiven Google Map präsentiert, ganz ähnlich wie die Düsseldorfbilder unter www.dazzledorf.net/explore.php.

Klickt man auf die roten Fähnchen in der Landkarte, erscheint ein zusätzlich noch vergrößerbares Vorschaubild.Alternativ kann man die Vorschaubilder unterhalb der Landkarte anklicken und wird auf der Karte zum Aufnahmeort geführt.

Die Sammlung umfasst bislang knapp 300 Bilder und wird kontinuierlich erweitert. Sobald ich genügend Literatur und Informationsmaterial über die abgebildeten Objekte gesammelt habe, werden die Fotos auch vernünftig beschrieben und mit Keywords versehen.

Dummies

Dummies #06

Dummies #06

Neue Serie: Dummies

siehe auch:
Michael Schirner: Bye Bye

Stahl Ansichten

Stahl Ansichten von Bernd Langmack

Nach nur einem Jahr veröffentlicht Bernd Langmack mit STAHL Ansichten seinen zweiten umfangreichen Fotoband über das Ruhrgebiet. Seine Perspektive hat sich gewandelt: der unspezifische Blick des ersten Buchs RUHR Ansichten auf die Stadtlandschaft des Ruhrgebiets fokussiert nun in STAHL Ansichten auf die Maschinenlandschaften der stahlverarbeitenden Industrie. Und so wie sich im Ruhrgebiet die zerklüftete Stadtlandschaft und die Großanlagen der Montanindustrie gegenseitig bedingen und bestätigen, so wird auch erst über beide Bücher Langmacks ein ziemlich umfassendes Bild des Ruhrgebiets vermittelt.

Wobei mir persönlich STAHL Ansichten besser gefällt. Formal und ästhetisch unterscheiden sich die Fotos beider Bücher nicht, Bernd Langmack setzt gekonnt die bewährte Bildsprache der “New Topographics” ein, allerdings gewährt er dem Betrachter in Stahl Ansichten Einblicke in die weitgehend unbekannte Maschinenwelt der Stahlhütten, wohingegen RUHR Ansichten Bilder des auch mir gut bekannten öffentlichen Raums des Ruhrgebiets zeigt.

Mit STAHL Ansichten klärt Bernd Langmack im Kulturhauptstadtjahr 2010 die von unspezifischen Massenveranstaltungen verschwommene Sicht auf das Ruhrgebiet und gewährt Einblicke in das aller Pleitgenrufe* zum Trotz immer noch kräftig schlagende Stahlherz des Potts. Ein schöner und wichtiger Beitrag zum Kulturhauptstadtjahr 2010 eines Kulturschaffenden direkt aus dem Ruhrgebiet und nicht eine dieser kurzlebigen und bezugslosen Kunstaktionen oder Events der üblichen Profikreativen aus Berlin, Düsseldorf oder Tokiorama, die leider das Hauptprogramm des Kulturhauptstadtjahres überfüllen und wahrscheinlich über 99% der Kulturfördermittel einkassieren.

* Bei der Programmvorstellung zum Kulturhauptstadtjahr 2010 sagte Geschäftsführer Fritz Pleitgen: „Wir wollen neue Bilder gegen das alte, standortschädigende Image setzen.”

 

STAHL Ansichten
128 Seiten, ca. 75 Abb., Fadenheftung, Leinen mit Schutzumschlag, Kettler Verlag Bönen
Mit einem Essay von Michael Dückershoff, Kurator Hoesch Museum Dortmund


 

Fotoausstellung Stahl Ansichten:
12. April – 21. Mai 2010, Mo-Do 0730-1530h, Fr 0730h-1230h
Besucherzentrum im ThyssenKrupp Hüttenwerk Duisburg-Bruckhausen,
Kaiser-Wilhelm-Strasse 100, neben Tor 1


 

Links:

Bernd Langmack und seine beiden Bücher über das Ruhrgebiet: www.berndlangmack.de

Fritz Pleitgens Zitat: www.derwesten.de/kultur/ruhr2010/Groenemeyer-schreibt-eine-Hymne-auf-das-Ruhrgebiet-id60883.html

This image is a work of a U.S. military or Department of Defense employee, taken or made during the course of an employee's official duties. As a work of the U.S. federal government, the image is in the public domain.

Rotterdam 1940

Vor 70 Jahren wurden Zentrum und Hafen Rotterdams durch schwere Bombardements der deutschen Luftwaffe nahezu dem Erdboden gleichgemacht. Dieser und weitere Luftangriffe in den folgenden Kriegsjahren zerstörten Rotterdam so ausführlich, daß sich die Stadtverwaltung nach dem Kriege anstatt für einen Wiederaufbau ehemaliger Strukturen für einen totalen städtebaulichen Neubeginn entschied. Grundbesitzer im Zentrum wurden gegen Entschädigung enteignet, der Stadtraum neu parzelliert und sogar die gesamte unterirdische Versorgungsinfrastruktur, wie z.B. Abwasserkanäle, Strom- und Wasserleitungen wurden neu verlegt.
Oberirdisch orientierte sich der Aufbau an den Prämissen der modernen Stadtplanung mit seiner räumlichen Trennung funktionaler Einheiten: die Banken und Verwaltungsgebäude wurden in der City rund um die Börse angesiedelt, der Hafen westlich Richtung Rheinmündung verlagert und die Wohngebiete an den Stadtrand verlegt. Allerdings kam es in den Achtzigern nach der unvermeidlichen Verödung der Innenstadt aufgrund fehlender Bewohner zu einem Strategiewechsel in der Stadtplanung. Die strenge Funktionstrennung innerhalb des Stadtraums wurde aufgehoben und zur Belebung der vewaisten Innenstadt wurden touristische sowie kulturelle Zentren und Wohngebiete im Stadtzentrum errichtet.
Das heutige Stadtbild ist geprägt von Gebäuden der Nachkriegsmoderne, der Postmoderne und aktueller Architektur. Rotterdam hat sich zu einem Zentrum und Labor der zeitgenössischen europäischen Architektur entwickelt, nicht zuletzt durch die Ansiedlung des NAi (Nederlands Architectuurinstituut), des Berlage-Instituts und namhafter Architekturbüros wie z.B. OMA oder MVRDV.
Dementsprechend verbindet das öffentliche Bewußtsein mit Rotterdam das Image einer modernen und lebendigen Großstadt. Dieses Stadtimage ist geprägt von einer blitzenden Wolkenkratzer-Skyline, spektakulärer Architektur und dem hochtechnisiertem und größten Seehafen Europas.

Phantom City, Kim Bouvy 2010

Phantom City von Kim Bouvy

Ganz anders Kim Bouvys Bild Rotterdams in ihrem neuen Buch Phantom City. Auf über 270 Seiten zeichnet sie mit ihren eigenen Schwarzweißfotografien aus den letzten 6 Jahren und alten, “gefundenen” Zeitungsfotos ein düsteres und befremdendes Bild der Stadt.
Ihre fotografische Erkundung Rotterdams beschränkt sich auf einen relativ kleinen Innenstadtbereich, den sie allerdings sehr gründlich dokumentiert. So kehrt sie immer wieder zu bestimmten Orten zurück und fotografiert diese Szenerien aus unterschiedlichen Perspektiven oder bei verschiedenen Lichtstimmungen.
Ihr Sujet ist im Gegensatz zu üblichen fotografischen Stadtportraits, die vornehmlich auf Gebäude und Sehenswürdigkeiten fokussieren, der Stadtzwischenraum, der menschliche Bewegungsraum zwischen den monolithischen Gebäuden der Moderne. Diese Architektur ist auf den Bildern zwar immer präsent, wird aber nicht wie auf den gängigen Stadtportraitfotos zum Hauptdarsteller und dient lediglich als Kulisse für meist unbespielte Straßen- und Platzszenerien. Nur selten treten Menschen als Akteure auf diesen Bühnen auf, aber immer wirken sie wie hilflose Statisten vor zu groß dimensionierten Kulissen.
Kim Bouvys Bildgestaltung ist nicht Sklave der strengen und geometrischen Ästhetik moderner Bauweise, so wie es heute in der Architektur- oder Stadtlandschaftsfotografie allgemein üblich ist. Hier wird die Kamera nicht exakt an der Architektur ausgerichtet, stürzende Linien nicht parallelisiert; das Bild wird nicht -zumindest nicht offensichtlich- kontrolliert und konstruiert, sondern eher beiläufig durch den flanierenden Fotografen mitgenommen. Nicht die Gebäude bestimmen mehr das Bild, sondern der Fotograf, der unkalkulierbare Mensch mit seiner Spontaneität, seinen Emotionen und seinen Fehlern.

Eigentlich zeigen uns diese Bilder nichts Neues oder Außergewöhnliches, wir alle sind mit solchen Szenerien aus den Großstädten Nachkriegseuropas vertraut. Aber Kim Bouvys Bildästhetik entreißt diese Stadträume ihrer unbeachteten Alltäglichkeit und verleiht ihnen eine merkwürdige Präsenz. Eine Präsenz, die zur intensiven Beschäftigung mit dem Dargestellten zwingt und den Stumpfsinn und Menschenfeindlichkeit, die Ort-, Zeit- und Geschichtslosigkeit dieser Räume offenbart und beim Betrachter ein Gefühl der Befremdung hinterläßt.*

Kim Bouvy präsentiert in Phantom City eine sehr erfrischende und nachdenklich stimmende Sichtweise auf unsere Städte. Besonders Anhänger der Zollstock-im-Arsch-New-Topographics-Fotografie** sollten dieses Buch kaufen. Und alle anderen auch, es ist unbedingt empfehlenswert.




*Eine ganz ähnliche ver- und befremdende Wirkung erzielte Jean-Luc Godard übrigens 1965 in seinem Film Alphaville. Die dystopische Zukunftsstadt Alphaville im Zentrum der Galaxis wirkt entfernt und fremdartig, ist aber das Paris der 60er Jahre. Und genau wie Eddie Constantine in der Rolle des Geheimagenten aus der Außenwelt Lemmy Caution als einzig normaler, emotionaler Mensch in der kalten, gefühllosen, von Maschinenmenschen bevölkerten Zukunftsstadt wild um sich ballert, schießt Kim Bouvy mit ihrer Kamera in Rotterdam die Häuser ab.

**intertextuelles Zitat: Haiko Hebig




PHANTOM CITY - A Photo Novel from Kim Bouvy
276 Seiten
offset
Soft cover, otabind
19×12 cm





Links:

Kim Bouvy: www.kimbouvy.com

Nederlands Architectuurinstituut (NAi): www.nai.nl

Berlage-Institut: www.berlage-institute.nl

Office for Metropolitan Architecture (OMA), Rem Kolhaas: www.oma.nl

MVRDV: www.mvrdv.nl

Alphaville (une étrange aventure de Lemmy Caution) von Jean-Luc Godard: www.artfilm.ch/alphaville.php

Die passende Musik zum Buch, ein einstündiger Sampler aus der Alphaville-Filmmusik, Textpassagen und elektronischen Musikschnipseln: http://alphavillefm.blogspot.com/

Installation Bilder #5

Installation Bilder #5

Installation Bilder #5

Installation Bilder #5

Installation Bilder #5


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Bilder #5, Marmor, Blei, 10×15 cm, Dezember 2009
(freundlicherweise angefertigt von Oliver Moser, Steinmetz aus Düsseldorf)

 
Links:

alle Bilder-Installationen: www.kayroehlen.net/information_installation

  

Video auf 8”-Photoframe, Länge: 2 min, Auflösung: VGA, Endlosschleife

 
Links:

alle Bilder-Installationen: www.kayroehlen.net/information_installation

Seascapes für Arme

Seascapes für Arme #24, Düsseldorf im November 2009

Seascapes für Arme #24, Düsseldorf im November 2009

Neue Werkgruppe auf www.kayroehlen.net:

Mit Bryce 5.5 gerenderte Seascapes für Arme, Düsseldorf im November 2009

Inkjet-Print, Format ungefähr 100 x 133 cm, unlimitierte Auflage.

 

Links:

Seascapes für Arme:
http://www.kayroehlen.net/seascapes/

Seascapes für Reiche:
http://images.google.com/images?&q=seascapes%20hiroshi%20sugimoto

Bryce:
http://www.daz3d.com/i.x/software/bryce/

Das Ruhrlandmuseum übernahm 1989 von der Kulturstiftung Ruhr eine aus mehreren Konvoluten bestehende Fotosammlung zur Geschichte des Ruhrgebiets. Zurzeit umfasst das Bildarchiv mehr als zwei Millionen Negative und mehrere Zehntausend Papierabzüge (Vintages, Reprints) und Dias. Es handelt sich dabei überwiegend um komplette Nachlässe von Bildjournalisten und Ateliers, außerdem um einzelne Serien oder Teile von Werken, die sich auf das Ruhrgebiet beziehen. Daneben existieren anonyme und private Überlieferungen.

Die zeitlichen Schwerpunkte der Sammlung erstrecken sich von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart, insbesondere die 30er sowie 50er bis 90er Jahre des 20. Jahrhunderts. Thematisch wird ein breites Spektrum abgebildet: alte und neue Bilder der Region, Zeugnisse der wechselvollen Geschichte von Politik, Kultur und Sport, von Landschaften und Städten; Beobachtungen der Menschen und ihres Alltags; Dokumente der Industriearchitektur ebenso wie der unterschiedlichsten Arbeitsplätze und schließlich der Zeugen des Strukturwandels.

Unter den Fotografen finden sich viele berühmte Namen - von Ruth Hallensleben, Ludwig Windstosser, Albert Renger-Patzsch, Richard Gerling bis André Gelpke, Thomas Struth oder Bernd und Hilla Becher. Aufbewahrt werden die Bilder von so bedeutenden Lokal- und Regionalreportern und Fotografen wie Willy van Heekern, Peter Kleu, Josef Stoffels, Anton Tripp, Hermann Hill, Rudolf Holtappel, Marga Kingler.

Die Sammlung steht allen Interessenten offen, sie wird von Wissenschaftlern der unterschiedlichen Disziplinen ebenso genutzt wie von den Medien, von anderen Kultur- und Bildungseinrichtungen und von Bürgerinnen und Bürgern, die sich über bestimmte Aspekte der Geschichte und Gegenwart der Region informieren möchten.

Seit heute (02.10.09) online: http://www.fotoarchiv-ruhrmuseum.de

Installation “Bilder”

Installation Bilder #1

Installation Bilder #1

Neue Serie auf www.kayroehlen.net: “Bilder”.


Installation Bilder #1

Installation Bilder #1

Die erste Bilder-Installation besteht aus 7 Detailaufnahmen einer Zimmerwand.




Die fotografierten Wandausschnitte werden im Maßstab 1:1 mit einem 6mm breiten weißen Rand im Format 10 x 14.8 cm auf Thermosublimationspapier gedruckt, auf 5mm KAPA-Bloc gezogen und deckungsgleich mit dem abgelichteten Ausschnitt auf der Wand fixiert.



Weitere Installationen sind in Vorbereitung, bei Interesse an einer persönlichen Bilder-Installation bitte E-Mail an kay@dazzledorf.net