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Stadtprojekte

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Areal des Derendorfer Güterbahnhofs 1

Areal des Derendorfer Güterbahnhofs 1, 2006

Seit 1846 wird die Düsseldorfer Innenstadt von einer der meistbefahrenen Nord-Süd-Eisenbahnverbindungen Deutschlands, der Strecke Duisburg-Köln1 zerschnitten. Nördlich und südlich des zentral gelegenen Düsseldorfer Hauptbahnhofs schließen sich mehrere hundert Meter lange und recht breite Güterbahnhofareale an, die die Trennung der westlichen und östlichen Stadthälften noch verstärken.

Der nördlich gelegene Derendorfer Güterbahnhof wurde vor mehreren Jahren stillgelegt, das 35 ha große Gebiet soll nun multifunktional bebaut2 und genutzt werden, d.h. Bürogebäude wechseln sich mit Wohnbauten ab und werden durch Parkanlagen aufgelockert.

So weit, so gut, nach mehreren Jahrzehnten der Trennung könnten nun theoretisch zwei voneinander isolierte Wohngebiete -das westlich gelegene Pempelfort und das östliche Düsseltal- zusammenwachsen.

Areal des Derendorfer Güterbahnhofs 2, 2006

Wäre da nicht die sechsspurige Bahntrasse am östlichen Rand des Areals. Und die zusätzlich geplante vierspurige “Entlastungsstraße3 entlang dieser Bahntrasse. Ja richtig gelesen, in bester Tammsscher4 Städtebautradition der Nachkriegsmoderne ist nämlich eine voraussichtlich sehr stark befahrene Hauptverkehrsstraße Belastungsstraße Entlastungsstraße*5 geplant, die kilometerlang durch neue und alte Wohngebiete führt und von einer 5m hohen Lärmschutzmauer (zwischen der Straße und den Bahngleisen!) resp. 8m hohem Lärmschutzwall gesäumt werden soll.

Düsseldorf ist eine der wenigen deutschen Städte, deren Einwohnerzahl stetig zunimmt. Die Stadt ist aufgrund ihrer Verkehrslage und des kulturellen und konsumtiven Angebots für Firmen und ihre Mitarbeiter attraktiv. Viele dieser Zuzügler gehören einer besser verdienenden Schicht an, dementsprechend exklusiv sind die bereits errichteten und projektierten großflächigen Wohnungsneubauten auf brachliegenden Arealen, so auch auf dem Gelände des Derendorfer Güterbahnhofs6. Absolut unerklärlich für mich und wahrscheinlich auch für die neuen Mieter und Eigentümer auf diesem stadträumlichen Sahnestück ist allerdings die geplante Wertminderung der Wohnqualität durch eine vierspurige Hauptverkehrstraße.

Nördliche Zufahrt zum Rheinufertunnel, 2008

Nördliche Zufahrt zum Rheinufertunnel, 2008

Man hätte die Attraktivität und die Integration dieses Areals an die östlichen Stadtteile sogar durch eine Versenkung der Bahntrasse in einen Tunnel erheblich steigern können, vergleichbar mit der Verlegung der Rheinuferstraße in den Rheinufertunnel7 Anfang der 90er Jahre zwischen Altstadt und Rheinufer. Damals wurde die räumliche Trennung der Altstadt und der Carlstadt vom Rhein durch die stark befahrene Rheinuferstraße aufgehoben und stattdessen eine prächtige Flaniermeile und Parklandschaft geschaffen.

Paradoxerweise wird momentan auf der Prestigebaustelle Kö-Bogen8,9 im Düsseldorfer Zentrum eine Hochstraße unter die Erde gelegt, die eigentlich niemanden stört, da in diesem Geschäftsviertel fast kein Mensch wohnt.

Tausendfüßler, 2010

Tausendfüßler, 2010

Düsseldorf will sich in seinem touristisch stark frequentierten Zentrum den Anschein einer zeitgemäßen, autofreien Stadt zulegen und opfert dafür symbolisch sein Wahrzeichen der autofreundlichen Nachkriegsmoderne, die denkmalgeschützte und bei den Düsseldorfern beliebte Hochstraße “Tausendfüßler10.

Aber solange in Düsseldorf vierspurige Hauptverkehrsstraßen durch Wohngebiete geführt werden, solange Parkplätze durch die Verkleinerung von Bürgersteigen11,12 geschaffen werden und es gefährliche kombinierte Rad/Fußwege gibt, bleibt dieser Abriß der Hochstraße nur Makulatur und Düsseldorf bewegt sich weiterhin auf dem Irrweg der autogerechten Stadt13,14.

*Zu Beginn der Planungen im Jahre 2000 war von einer Entlastungsstraße keine Rede. Der in einem Werkstattverfahren mit Architekten, Stadtplanern und hoher Bürgerbeteiligung erarbeitete Entwurf verwarf die damals bereits diskutierte Idee einer Entlastungsstraße. 3 Jahre später wurde dieser Werkstattentwurf im Bebauungsplan der Stadtverwaltung in keinster Weise berücksichtigt, hier war die Entlastungsstraße als Planungsziel festgeschrieben.

Links:

http://de.wikipedia.org/wiki/Bahnstrecke_Köln–Duisburg
http://www.duesseldorf.de/planung/rahmplan/gbfderendorf/index.shtml
http://de.wikipedia.org/wiki/Entlastungsstraße_Derendorf
http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Tamms
http://www.kammerevert.eu/meldungen/17896/71643/Entlastungsstrasse-in-Derendorf-ist-und-bleibt-verkehrspolitischer-Unsinn.html
http://www.derwesten.de/staedte/duesseldorf/Ein-neues-Viertel-fuer-Besserverdiener-id130306.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Rheinufertunnel_(Düsseldorf)
http://www.duesseldorf.de/koebogen/projekt/vision/3_koe_hofgarten.shtml
http://www.duesseldorf.de/koebogen/projekt/vision/1_verkehr.shtml
10 http://www.dazzledorf.net/aktuell/index.php/2009/09/14/tausendfusler/
11 http://www.rp-online.de/duesseldorf/duesseldorf-stadt/nachrichten/Stadt-schafft-2400-neue-Parkplaetze_aid_793791.html
12 http://www.rp-online.de/public/download/aktuelles/download/HBEQD75M.pdf
13 http://de.wikipedia.org/wiki/Autogerechte_Stadt
14 http://homepage.ruhr-uni-bochum.de/frank.braechter/Deutsch/Studium/Geo/HA-SBuVI-FB.pdf

Bilder des Derendorfer Güterbahnhofgeländes von 2006 vor der Bebauung: http://www.dazzledorf.net/search.php?search_keywords=gueterbahnhofgelaende

Vortrag, Diskussion und Bildpräsentation
5. August 2010, 19 Uhr

Stadtplanung und Architektur sind die wesentlichen Gestaltungsinstrumente des städtischen Raumgefüges und bestimmen die innere Wahrnehmung des Stadtraums. Die äußere Wahrnehmung, das Stadtimage, wird entscheidend durch Fotografie und Film geprägt. Wie unterschiedliche politische, ökonomische oder dokumentarische Positionen vielfältige und völlig divergente Stadtimages erzeugen können, untersucht der Düsseldorfer Kay Röhlen seit mehreren Jahren mit seiner dokumentarischen Stadtraumfotografie.

Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist DAZZLEDORF, die flächendeckende Abbildung der Düsseldorfer Stadtlandschaft der Gegenwart mit den Mitteln der demokratischen Fotografie. Dazzledorf umfasst derzeit etwa 1200 Fachkamera-Aufnahmen mit Fokus auf Bauten der Moderne, Stadtumbauten der Nachkriegszeit und Bauten des Verkehrs. In anderen Serien erforscht Röhlen differenzierte Herangehensweisen an die Wahrnehmung von Stadträumen und hinterfragt Aussagekraft und dokumentarischen Wert von Stadtraumfotografien. In jüngster Zeit dehnt Röhlen sein Arbeitsfeld auf andere Städte, insbesondere Rotterdam, aus.

Im Vortrag am 05.08. stellt Röhlen zwei sehr unterschiedliche Konzepte seiner Stadtraumfotografie vergleichend vor. Im Anschluss Diskussion bei Wein und Snacks.

Statt einer begleitenden herkömmlichen Ausstellung werden wir einen zahlreichen Meter langen Endlos-Print mit Fotos unterschiedlicher Serien an die Wände des Projektraums montieren. Besucher haben die Möglichkeit, die Papierbahn zu zerschneiden und sich einzelne Fotos anzueignen. Die Ausstellung endet spätestens, wenn alle Fotos einen neuen Eigner gefunden haben.

Der Projektraum Fotografie ist eine Initiative von Haiko Hebig, Gerhard Kurtz und Daniel Sadrowski.

Projektraum Fotografie

Huckarder Straße 8-12
44147 Dortmund

Telefon 0231 58 96 253

Einladungskarte (PDF)

Rotterdam auf www.kayroehlen.net

Rotterdam auf www.kayroehlen.net

Unter www.kayroehlen.net/rotterdam gibt es jetzt Rotterdamer Stadtaufnahmen zu sehen, die ich dieses Jahr aufgenommen habe. Die Bilder werden in Form einer interaktiven Google Map präsentiert, ganz ähnlich wie die Düsseldorfbilder unter www.dazzledorf.net/explore.php.

Klickt man auf die roten Fähnchen in der Landkarte, erscheint ein zusätzlich noch vergrößerbares Vorschaubild.Alternativ kann man die Vorschaubilder unterhalb der Landkarte anklicken und wird auf der Karte zum Aufnahmeort geführt.

Die Sammlung umfasst bislang knapp 300 Bilder und wird kontinuierlich erweitert. Sobald ich genügend Literatur und Informationsmaterial über die abgebildeten Objekte gesammelt habe, werden die Fotos auch vernünftig beschrieben und mit Keywords versehen.

Es klingt wie ein Projekt aus den autoverrückten 60ern des letzten Jahrhunderts, aus einer Zeit, in der es noch Autowanderkarten gab und man ökologisch unvorbelastet spazierenfuhr, ist aber hochaktueller Bestandteil der Kulturhauptstadt 2010 und wird gerade realisiert: die Parkautobahn A42. Park nicht im Sinne des unfreiwilligen Stauparkens, sondern als bewußt gestalteter Weg zum Lustwandelnfahren durch den Emscher Landschaftspark. Unfreiwillig komisch werden so in der Machbarkeitsstudie seitenlang die optischen Analogien zwischen dem Landschaftspark und dem Schloßpark Sanssouci erzwungen: Wasserachsen im Park Sanssouci mit der begradigten Emscher, der Ruinenberg mit verrosteten Hochöfen, die Kolonnaden des Schloßes mit den Säulengalerien der Emscherbrücken.
Die Parkanlage ist also bereits vorhanden, der Parkweg -die A42- ebenfalls, jetzt muß der Weg nur noch wohlgestalt in diesen Park integriert und gleichzeitig eine vernünftige Aussicht auf den Landschaftspark geschaffen werden.

Die geplanten Maßnahmen (Zitate und Termini aus der Machbarkeitsstudie kursiv markiert):

  • Interventionen an besonderen Orten (sprich Abholzung des vorhandenen Baum- und Strauchbestands*) zur Schaffung von Sichtachsen auf sogenannte Sehenswürdigkeiten, wie z.B. schöne Häuser oder alte Kirchen

  • Einbau von Fenstern in Schallschutzwände, die ebenfalls den Blick auf die sogenannten Sehenswürdigkeiten freigeben

  • Redesign des Straßenbegleitgrüns, auch hier wieder strukturierende Beseitigung des vorhandenen Grüns auf 36000 qm Gesamtfläche und teilweiser Ersatz durch sogenannte Leitbäume.
    Leitbaum ist der Mammutbaum, die ersten wurden letzte Woche gepflanzt
    .

  • Anlage von Parks auf den Grünflächen der Autobahnkreuze, sogenannnte Ohrenparks

  • Parktankstellen, sprich: Rastplätze mit Aussichtsplattformen und Fahrradverleih.

  • Analog zu den Statuen eines klassischen Parks werden an den Autobahnausfahrten Podeste mit thematisch auf den jeweiligen Ort abgestimmten Objekten, so z.B. einem Fußball an der Ausfahrt Schalke, aufgestellt. Außerdem werden Anfang und Ende der A42 jeweils durch ein Parktor - 16 m hohe Stahlkonstruktionen mit aufgepflanzten Bäumen und Windrädern- markiert

  • Farblich einheitlich gestaltete Schallschutzwände und Leitplanken, die die Aufmerksamkeit der Autofahrer vor Ausfahrten erhöhen sollen

Ziel dieser 42 Mio Euro teuren Umgestaltung ist eine zeitgemäße Präsentation des Ruhrgebiets. Die Autofahrer sollen den Kulturraum Ruhrgebiet bewußter wahrnehmen, außerdem soll die Monotonie des Autobahnfahrens über die gegebenen visuellen Reize gebrochen und die Fahrsicherheit erhöht werden.

Die Autobahn soll also im Kulturlandschaftsraum Ruhrgebiet verortet  und somit eine räumliche Beziehung zwischen den Autofahrern und der durchfahrenden Umgebung geschaffen werden.
Und hier wird es schwierig. Autobahnen werden als raumlose Transits wahrgenommen, die lediglich interessante Orte miteinander verbinden. Der allgemeine Sprachgebrauch macht es deutlicher, die Frage nach der Distanz zwischen 2 Städten wird üblicherweise mit der zeitlichen Dimension -also der Fahrdauer- beantwortet, die räumliche Dimension der Streckenlänge kann häufig gar nicht näher beziffert werden. Eine Ausnahme bilden vielleicht noch Urlaubsfahrer, die auch mal nach rechts oder links von der Fahrbahn eine Blick riskieren, der gemeinhin zeitknappe Berufskraftfahrer wird sich kaum noch für die tagtäglich durchquerte Umgebung interessieren, die als einzige Highlights Industrieruinen, alte Kirchen und ein paar schöne Häuser hergibt**.
Ich denke, daß bereits der Ansatz des Projekts, die Analogie Schloßparkweg-Landschaftparkautobahn verkehrt ist, da sich die gefühlte Raum- und Zeitstruktur eines eher “langsamen” klassischen Fußgängerparks von unseren “schnellen”, modernen automobilen Stadt- und Landschaftsräumen eklatant unterscheidet. Zeitgemäßer wäre sicherlich eine Orientierung an aktuellere, auf das Automobil zugeschnittene Raumsysteme gewesen, wie z.B. Las Vegas. So wie das Ruhrgebiet ist auch Las Vegas eine sehr schnell gewachsene Raumstruktur in einem ehemaligen Niemandsland. Allerdings wuchs Las Vegas parallel mit dem Autoboom in den USA und konnte sich deshalb bestens den Bedürfnissen des automobilen Flaneurs anpassen. Diese Anpassung und Ausrichtung der Stadt auf den Autofahrer wurde in den 60ern eingehend von den Architekten Robert Venturi, Denise Scott Brown et al in dem hochinteressanten Buch “Learning from Las Vegas” analysiert und interpretiert.
Kurz zusammengefasst beschreibt das Buch eine urbane Raumstruktur aus vornehmlich architektonisch einfachsten Gebäuden, welche über ihre Dekorationen -Neonreklame, Werbetafeln, Symbole- um die Aufmerksamkeit der ausnahmslos motorisierten Flaneure konkurrieren. Sowohl in ihrer Größe als auch in ihrer Ausrichtung sind diese Zeichen perfekt auf den Strip -die Hauptverkehrstraße Las Vegas- ausgerichtet.

Learning from Castrop-Rauxel

Vertane Chance: So schön und trendsetzend hätte die A42 werden können!

Und hier könnte das Ruhrgebiet den Amis noch etwas vormachen: anstatt die Neonwerbung auf eine Straße zu beschränken, könnte man mit gigantischen illuminierten Reklametürmen ungeahnten Ausmaßes ganze Städte entlang der A42 bewerben oder Autofahrer über die neuesten Events und Konsumangebote der Region informieren; mit 42 Mio € hätte man da schon eine Menge auf die Beine stellen können. Außerdem wäre keinem einzigen lärm- und sichtschützenden Baum oder Strauch entlang der A42 ein Ast gekrümmt worden, ortsansäßige Werbeunternehmen, Bau- und Elektrofirmen hätten über Jahre hinweg volle Auftragsbücher und der eine oder andere Autofahrer würde tatsächlich den Werbeaufrufen folgend die Autobahn verlassen.
Und auf dem Weg von der Autobahnausfahrt zum Konsumtempel könnte er sich nebenbei in aller Ruhe noch alte Kirchen und schöne Häuser aus der Nähe angucken.

*Die Rodung des lärm- und sichtschützenden Straßenbegleitgrüns ist den Autobahnanliegern schwer bzw gar nicht zu vermitteln. Die Leserkommentare der Presseartikel zu dem Thema bewerten die Parkautobahn fast ausschließlich negativ. Auch die Resonanz der lokalpolitischen Akteure des Ruhrgebiets ist überwiegend ablehnend, siehe http://www.derwesten.de/suche/?s=dd&q=parkautobahn

**Das Interesse an alten Kirchen oder schönen Häusern hält sich nicht nur im Ruhrgebiet, sondern allgemein doch sehr in Grenzen, wenn die alte Kirche nicht gerade der Kölner Dom ist oder die schönen Häuser Spektakelgebäude von Gehry, Libeskind und Co sind.

 
Links:

Parkautobahn A42:
http://www.essen-fuer-das-ruhrgebiet.ruhr2010.de/programm/metropole-gestalten/baukultur/parkautobahn-a42.html

Machbarkeitsstudie der Parkautobahn:
http://www.bl-nord.de/files/blfiles/a42/2701__A_42_Machbarkeitsstudie.pdf

Bericht des WDR-Magazins Westpol vom 17.05.09 über die Parkautobahn:
http://www.wdr.de/themen/global/webmedia/webtv/getwebtvextrakt.phtml?p=10&b=227&ex=6

BUND.NRW steigt aus Beratungen aus:
http://www.bund-nrw.de/index.php?id=3378&tx_ttnews[tt_news]=12486&tx_ttnews[backPid]=3347

Visionär oder absurd, Stimmungsbilder über die Parkautobahn:
http://www.derwesten.de/staedte/herne/Visionaer-oder-absurd-id58821.html

Straßen.NRW, Mammutbaum wird Leitbaum:
http://www.strassen.nrw.de/thema/ruhr.2010/parkautobahn-a42/leitbaum.html

Bericht über die Pflanzung der ersten Mammutbäume:
http://www.derwesten.de/staedte/castrop-rauxel/Der-erste-Mammutbaum-an-der-A42-ist-gesetzt-id2408874.html

 
Literatur:

Learning from Las Vegas, Robert Venturi, Denise S. Brown, Steven Izenour:
http://www.birkhauser-architecture.com/#2222190

The View from the Road, Donald Appleyard, John Myer, Kevin Lynch (leider vergriffen):
http://urbantick.blogspot.com/2009/12/view-from-road.html

Ende Oktober positionierten sich mehrere Hamburger Stadtteilinitiativen in dem Manifest Not in our name, Marke Hamburg gegen die Instrumentalisierung von Kreativen als wirtschaftsfördernde Maßnahme im Sinne des Ökonomen Richard FloridaStädte ohne Schwule und Rockbands verlieren das ökonomische Wettrennen” durch das Stadtmarketing. Die Kernaussage dieses Manifests lautet wörtlich: “Wir sagen: Eine Stadt ist keine Marke. Eine Stadt ist auch kein Unternehmen. Eine Stadt ist ein Gemeinwesen.”

Alles fast richtig, aber gerade der letzte Punkt lädt zum Nachhaken ein. Was ist das, ein Gemeinwesen? Grundsätzlich alle Formen menschlichen Zusammenlebens, die über Mikrogemeinschaften, wie z.B. eine Familie hinausgehen. Also Staaten, Kommunen, Städte, aber auch Königreiche, Diktaturen usw, ganz unabhängig von der Machtverteilung im jeweiligen System.
Ich gehe davon aus, daß die Verfasser des Manifests an dieser wesentlichen Stelle leider falsch oder zumindest sehr unscharf formuliert haben, ansonsten könnte man nämlich alles beim alten belassen, da Hamburg auch in seinem jetzigen, von den Künstlern kritisierten Zustand ungleicher Verhältnisse ein Gemeinwesen ist.
Ist nicht eher eine Gemeinschaftsform gemeint, in dem jedes Mitglied im Rahmen seiner Möglichkeiten ohne Benachteiligung anderer Gruppenmitglieder einen positiven und stabilisierenden Einfluß auf das Kollektiv ausübt, welches im Gegenzug den Gruppenindividuen Sicherheit, Stabilität und Heimat bietet?
Natürlich gibt es in solchen Gemeinschaften immer gegensätzlich agierende Personenkreise, im folgenden stark vereinfacht zusammengefasst in die Gruppe Besitzer (z.B. Grundstückseigentümer, Vermieter) und Besitzlose (z.B. Mieter, Wohlfahrtsabhängige). Koordinierend und vermittelnd müßte eigentlich der dritte Akteur auf der städtischen Bühne, die Stadtverwaltung stehen. Seitdem Unternehmensberatungen städtische Verwaltungen ausschließlich unter marktwirtschaftlichen Maßstäben beurteilen und umstrukturieren, kann man diese ehemals dritte Kraft getrost der Besitzergruppe zuschlagen.

Die populärsten Vorwürfe gegen die Besitzer und Stadtverwaltungen sind hinlänglich bekannt und in gestraffter Form z.B. in diesem Manifest nachzulesen, deshalb richte ich mein Augenmerk auf die wesentlich größere, aber gleichzeitig schwächere Gruppe der Besitzlosen:
Was nehmen und geben wir, die besitzlosen Individuen eigentlich der Stadt?
Der Besitzlose nutzt die wirtschaftliche, kulturelle, soziale und Verkehrsinfrastruktur der Stadt, beschränkt sich beim Geben meistens aber auf möglichst wenig Steuern und Abgaben.
Weil wir (post)moderne Menschen sind, die hemmungslos unseren Individualismus und Egoismus kultivieren, weil wir uns am liebsten blasiert und desinteressiert durch den Stadtraum bewegen und weil uns selbstloses und uneigennütziges Denken und Handeln veraltet und exotisch erscheint.
Wer von uns engagiert sich für die Stadtgemeinschaft über seine persönlichen Interessen hinaus?
Wenige, sehr wenige dürften das sein, dabei ist die Besetzung der mittlerweile vakanten Position des sozial engagierten Akteurs mit dem Ausscheiden der Stadtverwaltung aus lokalen Wohlfahrtsarrangements dringender vonnöten denn je.
Wir können natürlich nicht großflächig neue Wohnungen bauen oder Arbeitsplätze schaffen, aber wir können sofort in und mit unserer Nachbarschaft im kleinen Maßstab Dinge bewegen, Hausgemeinschaften, Stadtteilinitiativen, Kinderbetreuung, Altenversorgung usw.
Aber dafür müßten wir unsere materialistisch und narzisstisch bestimmten Individualinteressen einschränken, müßten auf fremde Menschen zugehen und unsere heißgeliebte Freizeit für affektive Arbeit opfern.

Fällt was auf? Wir, die armen, besitzlosen Stadtbürger unterscheiden uns lediglich in der Geld- und Machtfülle von den reichen Besitzern des städtischen Raums; das materialistisch-individualistische Persönlichkeitsfundament, auf dem sich unsere ichbezogenen, asozialen Handlungsstrukturen aufbauen, haben wir Besitzlosen aber mit den Besitzern gemein.
Auch dieses Manifest hinterläßt leider den Eindruck, daß es den Verfassern -Künstler und Kreative- vornehmlich um die Sicherung und Ausbau ihrer ganz speziellen Individualinteressen geht, auch wenn sie sich als Feigenblatt das Interesse für Belange randständiger Stadtbevölkerungsgruppen umbinden.
Das Feigenblatt fällt allerdings sehr sehr klein aus; gerade eine Handvoll Sätze in dem doch recht umfangreichen Manifest beschäftigen sich mit fehlenden Sozialwohnungen, überzogenen Mieten und Gentrifizierungstendenzen, ansonsten wird seitenweise aus der speziellen Sicht der Kulturschaffenden die Hamburger Kulturpolitik und das Stadtmarketing kritisiert.
So sehr ich mich auch der Kritik an den bestehenden Verhältnissen anschließen kann, so wenig kann ich mir allerdings vorstellen, daß ausgerechnet die Gruppe der Kreativen und Künstler über ihre persönlichen und individuellen Interessen hinaus in der Lage ist, nachhaltig das soziale Klima Hamburgs zu verbessern. Ist es nicht gerade Grundvoraussetzung für einen modernen Künstler, besonders individuell zu sein? Sind Einzelgängertum und Egoismus nicht fundamentale Eigenschaften, um auf dem schwierigen Kunst- und Kulturmarkt bestehen zu können?

Trotz dieser Einwände und Vorbehalte gegen die Initiatoren des Manifests bewerte ich die Aktion schlussendlich positiv, grundsätzlich richtige Kritik an der Stadtpolitik wurde über das Sprachrohr einer sendungsbewußten und mediengewandten Gruppe kommuniziert.

Aber jetzt ist unser aller Engagement gefragt, damit diese Bewegung auf eine breite Basis gestellt wird und nicht Gefahr läuft, nur als Künstler/Kreativlobby zu agieren.

 
Links:

Manifest Not in our name, Marke Hamburg!: http://buback.de/nion/

Gentrification Blog: http://gentrificationblog.wordpress.com/

Ökonom Richard Florida: http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Florida

Floridas Propagandaseite: http://creativeclass.com/

Logo Route der Wohnkultur

Logo Route der Wohnkultur

Wesentlich kleiner und unspektakulärer als das Still-Leben Ruhrschnellweg aber umso feiner ist das Kulturhauptstadt 2010-Projekt Route der Wohnkultur.
Auf diesen geführten Touren durch rund 60 Wohnungen unterschiedlichster Coleur kann man sich einen Einblick in verschiedene Wohnsituationen des Ruhrgebiets verschaffen, ich zitiere:

Die unterschiedlichen Projekte der Route der Wohnkultur werden das gesamte Kulturhauptstadtjahr [und darüber hinaus] anhand buchbarer Führungen in lokalen Touren von drei bis vier Stunden Länge im Außenraum erfahrbar gemacht. Diese geführten Touren veranschaulichen an unterschiedlichen Standorten die vier Kernthemen des Wohnens im Ruhrgebiet :

Siedlung
Geschichte & Moderne
Urbanität
Demografie

Über das Ruhrgebiet verteilt werden vier bis fünf lokale Touren angeboten, diese orientieren sich an den Portalstädten der Kulturhauptstadt RUHR.2010 [Duisburg, Oberhausen, Essen, Bochum, Dortmund].
Jede lokale Tour besitzt einen Ankerstandort, an dem die Tour startet oder endet, er bildet das „Highlight“ einer Tour und verfügt über weitere Informationsmöglichkeiten und Angebote. Die Touren des Basisangebotes sehen nur in Ausnahmefällen einen Besuch bewohnter Wohnungen vor.

In den Monaten August, September und Oktober werden zusätzlich ausgewählte bewohnte Wohnungen entlang der geführten Touren für die Besucher geöffnet.

Am “Tag der Wohnkultur“, einem Tag im September 2010, werden alle 60 Wohnobjekte der Route der Wohnkultur für Besucher zugänglich sein, diese können unabhängig von Führungen besucht werden.

Für ein interessiertes Fachpublikum können die lokalen Touren jeweils über ihre vier Themen auch regional zu Themenrouten vernetzt werden.

Im Rahmen der Kulturhauptstadt 2010 wird es nächstes Jahr einige Großveranstaltungen im Ruhrgebiet geben. Der sicherlich spektakulärste und größte “Event” ist das Still-Leben Ruhrschnellweg, ich zitiere aus dem Pressetext:
Von 11 Uhr bis 17 Uhr wird die gesamte Strecke der A40 am 18.07.2010 in beide Richtungen gesperrt und für Besucher freigegeben. In Fahrtrichtung Duisburg wird die längste Tafel der Welt zur Bühne kultureller Vielfalt der Metropole Ruhr. Auf der Fahrbahn von den Ausfahrten Dortmund, Märkische Straße bis Duisburg-Häfen wird der rund 60 Kilometer lange Tisch aufgebaut. Auf der Gegenrichtung von Duisburg nach Dortmund können alle Interessierten die einmalige Chance nutzen, mit allem was Räder, aber keinen Motor hat, die Autobahn zu befahren.

Schön Scheiße: A40 in Essen © Klaus Henning P.

Schön Scheiße: A40 in Essen © Klaus Henning P.

Die A40 wird also zur “Bühne” des multinationalen -der Begriff multikulturell scheint mir hier zu hoch gegriffen- Lebens im Ruhrgebiet, aber hat sie das eigentlich verdient? Die temporäre kulturelle Bespielung primär anderweitig genutzter ->Eichbaumoper oder auch die dauerhafte Umwandlung ihrer ursprünglichen Funktion entledigter Stadträume ->Zeche Zollverein in kulturelle Veranstaltungsorte kann mittlerweile auf eine langjährige Tradition zurück blicken und führt in den meisten Fällen tatsächlich zu einer Bereicherung des sozialen und kulturellen Lebens an diesen Orten.
Bei dem Still-Leben kann man sich für 25 € + Bearbeitungsgebühr + Ticketversandkosten einen Biertisch mieten und alle Facetten der Alltagskultur -Gesang, Tanz, Musik, Kabarett, Theater, Lesungen- entweder selber produzieren oder konsumieren. Wir dürften uns darüber einig sein, daß die Natur dieser “Kulturveranstaltung” sich nicht sonderlich von im Ruhrgebiet ständig stattfindenden Schützen- oder Stadtteilfesten unterscheidet, bemerkenswert scheint mir nur der Austragungsort A40 zu sein und der hat es -um die eingangs gestellte Frage klar zu beantworten- eindeutig nicht verdient.

Auch Schön Scheiße: Still-Leben Ruhrschnellweg, © TAS Emotional Marketing GmbH

Auch Schön Scheiße: Still-Leben Ruhrschnellweg, © TAS Emotional Marketing GmbH

Ähnlich dem Berliner Todesstreifen zieht sich diese gerne als Hauptschlagader des Ruhrgebiets (Hauptschlagadern gehören im übrigen unter die Haut oder wie in diesem Fall in einen Tunnel) bezeichnete Asphaltschneise kilometerlang durch mehrere Großstädte des Ruhrgebiets, trennt ehemals räumlich und kulturell verbundene Stadtteile und kontaminiert ihre Umgebung mit ohrenbetäubendem Lärm, Dreck und erbärmlichem Anblick. Und so sehe ich die temporäre Überhöhung der A40 zum kulturellen Austauschort lediglich als hirn- und geschmacklosen Euphemismus erste Güte an.

Wie es meiner konstruktiven Natur entspricht, stelle ich abschließend noch drei persönliche Alternativen zur Einbindung der A40 in das Kulturhauptstadtprojekt vor:

1. Opel-Renntag auf dem Ruhrschnellweg
Gleich dem Berliner Avus wird der Ruhrschnellweg für einen Tag zur Rennstrecke umfunktioniert.
Zur Wahrung des Lokalkolorits und Promotion des Opelwerks Bochum sind nur Fahrzeuge der Marke Opel zugelassen, teilnehmen dürfen nur Mitglieder der im Ruhrgebiet zahlreich vertretenen Opel-Gangs mit ihren von D&W aufgemotzten Autos.

2. Alle motorisierten Bewohner des Ruhrgebiets packen am 18.07.2010 Grillzeug, Getränke und Campingmöbel in den Kofferraum ihrer Fahrzeuge und begeben sich auf die A40, deren Zufahrten an diesem Tag alle geöffnet, die Abfahrten aber gesperrt sind. Der kulturelle Austausch in diesem bemerkenswerten Riesenstau von 60km Länge dürfte gleichwertig zu dem geplanten Still-Leben-Projekt sein, allerdings zu einem Bruchteil der Kosten. Außerdem wird der Ruhrschnellweg funktionstypischer in dieses Alltagskulturereignis eingebunden.

3. Totalsperrung der A40 für einen Tag. Keine Autos, keine Menschen: absolute Ruhe für einen Tag, das verstehe ich unter Still-Leben Ruhrschnellweg.

Kay

1. Kaufen Sie topografische Karten Ihrer Stadt im Maßstab 1:25.000 (gibt es in Deutschland im Katasteramt und bei den Landesvermessungsämtern)

2. Finden Sie heraus, welche die Ortsteile sind, die im kollektiven Bewußtsein der Stadt von sich selbst unterrepräsentiert bis nicht vorhanden sind.

3. Suchen Sie diese Orte auf. Stellen Sie Besonderheiten fest. Halten Sie sich über längere Zeiträume dort auf. Machen Sie Fotos von Orten, Dingen und Menschen, die Ihnen zugleich typisch und fotografisch repräsentierbar erscheinen. Sprechen Sie mit Leuten, die sich an diesen Orten schon länger aufhalten als Sie.

4. Lassen Sie die Fotos entwickeln und abziehen. Was sehen Sie? Was ist alles nicht auf den Fotos? Konnte es überhaupt auf Fotos erscheinen?

5. Kehren Sie zu den Orten zurück. Haben Sie Geduld. Lassen Sie Langeweile einfach vorübergehen.

6. Kehren Sie mehrfach zurück, mit und ohne Kamera. Führen Sie Gespräche, trinken Sie Kaffees in den unscheinbarsten Lokalen. Betrinken Sie sich am hellichten Tag. Schlafen Sie Ihren Rausch an einem unpassenden Ort aus. Kommen Sie wieder mit Schlafsack und Zelt oder übernachten Sie in einer Pension/ Zimmer mit Frühstück/ kleinem Hotel.

7. Gehen Sie nochmals ins Katasteramt, um Karten und Luftbilder des Gebietes Ihrer engeren Wahl, im Maßstab 1:5000, in zweifacher Ausführung, zu besorgen. Montieren Sie eine Ausführung zu einem zusammenhängenden Bild und hängen Sie dieses an die Wand Ihrer Wohnung/ Ihres Arbeitsraumes (wenn die Wandfläche nicht ausreichen sollte, mieten Sie für diese Zeit einen Raum mit entsprechend großen Wänden).

8. Lassen Sie die Grafik auf sich wirken. Vergleichen Sie die Struktur der unter Punkt 2 als unterrepräsentiert befundenen Ortsteile mit denen der identitätsbildenden Ortsteile. Was fällt Ihnen auf? Versuchen Sie, es in Worte zu fassen. Machen Sie Notizen.

9. Hängen Sie neben die Karten und Luftbilder im Maßstab 1:5000 Ihre topografische Karte im Maßstab 1:25.000. vergleichen Sie. Prägen Sie sich alles gut ein. Stecken Sie den zweiten Satz Karten und Luftbilder M 1:5.000 in eine Papprolle und legen Sie diese zu Ihrer Reiseausrüstung.

10. Lassen Sie die Sache ruhen. Verbringen Sie einige tage oder Wochen mit Broterwerbstätigkeit oder reisen Sie in ferne Länder. In dem Maße, in dem Ihre Sehnsucht nach Fortsetzung der Untersuchung steigt, werden Sie Klarheit über das Wesen der Untersuchung gewinnen.

11. Lesen Sie niemals die lokale Tageszeitung. Die Oberflächlichkeit ihrer Betrachtungen widerspricht ihrem Gewicht als Gedrucktem. Das würde Sie irritieren und zurückwerfen. Wahrscheinlich hat jede ihrer eigenen Erkenntnisse zu diesem Zeitpunkt bereits mehr Gewicht.

12. Besuchen Sie statt dessen Archive von Stadtverwaltungen, Wohnungsbaugesellschaften, die Lokalita-Regale von Antiquariaten, Plankammern, Bildarchive, Heimatvereine. Atmen Sie den Geist dieser Häuser.

13. Gehen Sie Fragen, die auftauchen, hartnäckig nach. Nicht, um die Wahrheit zu erfahren, sondern um viel zu hören zu bekommen; das hilft, die Grenzen zwischen Innenbildern und Faktizität aufzulösen.

14. Variieren und ergänzen Sie die Schritte 1 bis 13, bis Sie sich kompetent fühlen für die Schritte 15 bis 19.

15. Stellen Sie sich vor, Sie müßten Ihr Innerstes nach außen kehren. Dabei könnten Sie weder sprechen noch schreiben. Aber Sie kennen all diese Orte. Welche Orte würden Sie Ihrem Gegenüber zeigen, um etwas von sich zu erzählen? In welche Reihenfolge würden Sie sie bringen, um ihre Wirkung zu verstärken?

16. Ihr Gegenüber kommt aus identitätsbildenden Regionen der Stadt. Welches Gefühl für diese Terra Incognita möchten Sie ihm vermitteln?

17. Welche identitätsbildenden Elemente enthält die Terra Incognita selber? Tappen Sie nicht in die Falle der Stadtplaner und Lokalpolitiker, sondern nehmen Sie diese Elemente einfach zur Kenntnis. Meistens werden Sie sie umgehen.

18. Gibt es Sensationen? Wenn ja, welche? Kommt in diesen Sensationen etwas verstärkt zum Ausdruck, das das ganze Gebiet wie gewisse Gerüche, die man nur dicht über dem Boden riecht, durchzieht? Unbedingt einbauen!! (auch wenn die Lautstärke dieser Sensationen unter Umständen den ganzen Spannungsbogen neu zu gestalten zwingt). Andere Sensationen sind wertlos, wird es aber auch kaum geben.

19. Führen Sie Freunde und Fremde zu Ihren persönlichen Plätzen. Riskieren Sie peinliche Momente. Fassen Sie Ihre Vorlieben in Worte, die diese Vorlieben ausdrücken und begründen. Prägen Sie sich Formulierungen, bei denen die Peinlichkeit verschwindet, ein.

20. Verfeinern Sie den Weg über die Jahre

Boris Sieverts, Büro für Städtereisen